Das Glück kommt selten allein

8. Januar 2012

Schön, werden Sie denken. Das denken wir nach dem letzten Wochenende ganz besonders. Auch wenn die Beschreibung wie ein Marketinggag eines Romantikhotels klingt.

romantikDoch die Realität ist manchmal viel schöner und gar nicht kitschig. Denn am letzten Freitag haben wir unseren Augen und Ohren nicht getraut.

Zehn Menschen, fünf glückliche Paare, waren “zufällig unsere Gäste”. Zwei davon auf Flitterwochen, ein Paar feierte stilvoll sein Einjähriges und zwei Paare segeln in Kürze in den Hafen der Ehe.

Eines von diesen hat uns fast zu Tränen gerührt, besser der künftige Ehemann. Er hat seine Liebste mit einem Candle-Light-Dinner in der Ludwig Loge überrascht. Uns auch. Denn als ich gerade die Champagnergläser nach dem Aperitif abservieren wollte, kniete (!) der schneidige junge Mann vor seiner Angebeteten. Ich war völlig konfus und mindestens so sprachlos, wie die künftige Braut. Völlig perplex, ziemlich gerührt hat sie ohne zu zögern ein leises „JA” gestammelt. Das wird beim offiziellen Teil dann sicher lauter sein.

Was mich dabei besonders berührt, beschäftig und zugleich freut: alle fünf Paare waren im Alter ganz unterschiedlich. Alle haben offensichtlich einen romantischen Rückzug gesucht – und hier bei uns gefunden. Super schön für uns und eine Verantwortung und Herausforderung. Diskretion ist in solchen Momenten gefragt aber auch eine Portion Courage, die Situation richtig und mit ganzem Herzen zu begleiten.

Ehrlich gesagt, ich habe einfach aus dem Bauch heraus reagiert und hoffe, die beiden waren mit meinem Service, dem traumhaften Menü von Michael Bernhard und unserer Romantik-Suite zufrieden. Gewirkt haben sie so. Die anderen beiden, die die “Sissi’s Traum” und “Wellness” Suite bewohnten, haben sich besonders über die Whirlwanne für zwei gefreut. Zugeben, für unsere Kolleginnen auf der Etage sind diese Suiten eine echte Aufgabe. Überall Rosenblätter, Champagner und sehr, sehr schöne Swarowski Steinchen…

Beim Verabschieden haben wir alle eines gemerkt, Glück ist überall da, wo Menschen zufrieden sind und strahlen – was für ein Glück für uns im Rübezahl, ein romantisches Hotel zu sein.

Ihre Carolin vom Service

Weiße Weihnachten

22. Dezember 2011

Denken Sie jetzt an White Christmas, das meist verkaufte Weihnachtslied aller Zeiten? Die 1947 veröffentlichte Version mit Bing Crosby, gilt mit geschätzten 50 Millionen verkauften Singles als das meistgehörte und bekannteste Weihnachtslied.

img_0369Falsch geraten. Weiße Weihnachten heißt für mich hier, dass ein Stück Kindheit auflebt. Wenn plötzlich Schneeflocken fallen und die Welt draußen stiller wird. Wie in Watte gepackt. Dann kommt so ein Gefühl von Weihnachten in mir auf, so wie es sein sollte und früher war. Mit Schlitten fahren, durch den tiefen Schnee stapfen.

Heute als Erwachsene nenne ich es lieber Alpine Gesundheit. Intakte Natur, klare frische Luft und eben diese gedämpfte Geräuschkulisse – das hilft, ziemlich schnell von den Touren runterzukommen. Klar weiß man, Bergurlaub ist gesundheitsfördernd. Was überrascht, ist die Tatsache, dass es keine großen Events oder Treatments drum herum braucht – mit ausreichend Bewegung, dem Wechsel von An- und Entspannung, aber auch nachhaltiger Ernährung werden Körper und Geist gepflegt.

Und das ist mehr als ein Zustand, es ist zunehmen auch ein Lebensstil. Zum Glück können wir das auch an unseren Gästen sehen. Mehr und mehr nehmen sie sich Zeit, im Zweispänner abseits die Winterwelt zu genießen, auf Schneeschuhen durch die weiße Pracht zu stapfen. Dann ist es immer besonders schön, aus der Kälte ins Warme zu wechseln. Ob Sauna oder Sanarium, darüber mag man geteilter Meinung sein. Aber der Wechselreiz von Kalt und Warm, die Kombination von Anspannung und Entspannung sind wie ein Wundermittel für Geist und Seele.

Das schenkt unserem Körper eine wertvolle Auszeit im Hochleistungssport, was wir heutzutage Leben nennen. Außerdem machen die Berge und Täler im Königswinkel weniger Lärm als wir gewohnt sind. Je höher man hinaufsteigt, desto weiter entfernt sich der Lärmpegel der Zivilisation. Schritt für Schritt lernt man die Stille zu hören. Viel Ballast des täglichen Lebens lässt sich hier abwerfen. Und schließlich liegt die Faszination auch in der Reduktion. Es ist eine Welt der Ursprünglichkeit und der Ehrlichkeit. Berge verheimlichen und verfremden nichts, wir haben hier authentische Landschaften, die sich täglich, je nach Wetter und Tageszeit, neu zeigen und für immer mehr Menschen zur Leidenschaft werden. Sie öffnen den Weitblick und geben Anstoß zu Rückblick.

Unbestritten ist, dass ein Winteraufenthalt in den Bergen bei vielen von uns ein tiefes Wohlgefühl voller Erholung, Entspannung und Ausgeglichenheit hervorruft. Also nutzen wir diese Ressourcen, die in den Höhenlagen von 800 bis über 2.000 Metern direkt vor der Tür des Rübezahl liegen. Gerade dann, wenn die oft stressigen Weihnachtsferien vorbei sind, zeigt sich das Land der Könige in einer einmaligen Klarheit, weiß, kühl und echt! Ein Versuch lohnt, vielleicht mit dem Winterspass.

Bis dahin schneeflockenleichte Grüße von Lisi von der Rezeption

Verpackungskünstler Christo auf Neuschwanstein

15. Dezember 2011

Also mal ehrlich, soviel Aufwand wär gar nicht nötig gewesen. Seit einigen Tagen scheint der Verpackungskünstler Christo Weihnachtsvorbereitungen am Märchenschloss zu treffen. Offensichtlich hat er sich nach dem Berliner Reichstag nun Ludwigs Domizil zur Verhüllung vorgenommen.

schloss11Jedenfalls sind die West- und Nordfassaden jetzt hinter Gewebeplanen versteckt und was soll ich sagen, es sieht wirklich wie ein überdimensionales Weihnachtsgeschenk aus.

(Nur die rote Schleife fehlt :-) ).

Aber ganz im Ernst, Neuschwanstein ist nicht als Weihnachtspräsent verhüllt und soll als Cinderella Castle nach USA verschenkt werden, sondern es braucht, mit seinen Natursteinmauern in die Jahre gekommen, ein Lifting.
Die Hüllen werden deshalb voraussichtlich bis zum Frühling wieder fallen.

Dieser Bauabschnitt ist Teil einer Gesamt- Außensanierung, die Ende 2012 fertiggestellt ist. Die inneren Werte des Schlosses sind davon nicht betroffen. Momentan hat man dort noch die Gelegenheit, in Ruhe an den Führungen teilzunehmen. Wir raten unseren Gästen immer, die Zeit bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag zu nutzen und besorgen natürlich auch die Karten.

romantikIdeal ist der Besuch wieder ab dem Feiertag Heilige Drei Könige am 06.01. Dann trifft der Titel der Pauschale Romantik-Paket – Kurzurlaub vor Schloss Neuschwanstein wirklich zu. Der Schlossbesuch und die Ausstellung im neuen Museum der Wittelsbacher direkt am Alpsee finden in aller Ruhe statt. Man hat Zeit, der winterlichen Zurückgezogenheit von Hohenschwangau nachzuspüren.

Die hat Ludwig II. bei nächtlichen Schlittenfahrten besonders genossen. Und wir hier genießen momentan was ganz anderes: wir spielen Christkind oder Christo, ganz nach Blickwinkel. Jeden Tag packen wir Päckchen mit individuellen Gutscheinen – denn als Geschenk sind Beauty-, Wellness- und Romantik-Gutscheine für den oder die Liebste heuer offensichtlich wieder der Renner. Ist ja auch genial, dem Liebsten oder der Liebsten ein Romantikwochenende zu schenken und die Freude mit ihm oder ihr doppelt zu teilen.

Ich hab da unseren Whirlpool für zwei mit Schaum und Sekt im Sinn. Sinnliche Stunden zu zweit zu schenken, bereichert jede Beziehung.
Klasse oder? Falls wir uns nicht mehr hören/lesen wünsche ich allen an dieser Stelle ein zuversichtliches Weihnachtsfest und einen gelungenen Start ins Jahr 2012.

Eure Wellness – Gabi

Friseur trifft Küchenchef

9. Dezember 2011

Manchmal traut man seinen Augen nicht. Ich habe ja schon viel erlebt. Aber das! Zuletzt beim Styling unseres Küchenchefs – Michael Bernhard arbeitet hart mit seinem Team. Die fünf Jungs sind von 10 Uhr morgens häufig bis ein Uhr nachts (!) für ihre Profession in unserer Hotelküche unter Strom. Da kann es schon passieren, dass man private Termine hinten anstellt. Zum Beispiel den Friseurtermin.

Das sind die Ausgangsdaten für einen super lustigen und absolut ungewöhnlichen Event.

So geschehen Ende November, als wir die Intercoiffure Bayerns bei uns im Haus hatten. Das ist DIE internationale Vereinigung von Top-Hairstylisten aus über 50 Ländern. Regional in Bayern treffen sich die Besten, um kreative Frisurengestaltung nach neuesten Trends passend zur internationalen Designermode zu besprechen, regelmäßige Qualitätschecks durchzugehen und ganz einfach die Kollegialität untereinander zu fördern.

Das scheint im Rübezahl gut gelungen zu sein, glaubt man den Facebook Posts. Und obendrein haben sich die Damen und Herren natürlich für den neuen Küchenchef interessiert. Wollten mehr sehen, als die ungewöhnlich ideenreichen Kreationen auf dem Teller. Und so kam es, wie es musste: Die Haarprofis haben unserem Küchenprofi gleich einen neuen Haarschnitt verpasst. Das Styling steht ihm gut.

Außerdem hätte er jetzt in der Weihnachtsvorbereitung, während der vielen Abend-Gesellschaften auch keine private Zeit mehr gefunden. Dafür ist er mit seinem Kreativteam viel zu sehr beschäftigt, das Weihnachtsdinner, die Silvestergala und die vielen individuellen Familienfeiern in unserem Haus zu planen und durchzuführen. Und den kulinarischen Kalender für Januar und Februar arbeiten sie momentan auch bereits aus.

Wir freuen uns drauf, denn Michael lässt seine junge Mannschaft mitbestimmen, was auf die Speisenkarte kommt. Er gibt zwar die Richtung vor. Seine leicht mediterran angehauchte, haubenverdächtige, Küche hat bereits in den ersten Wochen Stammgäste und Restaurantbesucher voll überzeugt.

Und er hat sich ziemlich ehrgeizig eine hohe Messlatte vorgegeben – der Produktstandard soll weiter steigen, die Vorspeisen werden völlig neu definiert und er bringt definitiv keinen Schuhbeck-Abklatsch. Sagt der Schuhbeck-Schüler und freut sich über seine grundsolide Ausbildung dort. Durch seine beruflichen Stationen vom Lehnbachhaus in München über die Kitzbühler Adresse bei Bobby Breuer bis hierher in den Königswinkel hat er selber genügend Profil gewonnen, sein ganz eigenes Ding zu machen.

Ich würde es ganz einfach mal testen. Einblicke gewährt der Meister übrigens jederzeit. Online in die Speisenkarte und auch mit Rezepten ist er großzügig.

Ihre Restaurantleiterin Caroline

Adventszeit…

24. November 2011

dscn4294Adventszeit ist Brauchtumszeit in den Bergen. Die Traditionen sind alt, die Begriffe manchmal ungewohnt und die Stimmung sehr echt hier im Allgäu.

Diese Erfahrung mach ich immer wieder, wenn ich von einem der großen Weihnachtsmärkt, ob aus München, Augsburg oder Nürnberg, wieder hierher zurückkomme. Heimelig nennen wir die Zeit im Advent in Füssen oder Schwangau. Weil Landschaft, Bräuche und Traditionen sich so schön ergänzen.

Auch wenn momentan der Raureif das Weiß des Schnees noch ersetzen muss: die Kulisse der Berge, die Wälder, die klare kalte Luft und die traditionellen „Termine”, vom „Klous” bis zum alpenländischen Adventssingen bringen mich immer wieder runter. Machen mich bodenhaftig, ich spüre, was wichtig ist und was nur oberflächliche Unterhaltung ist. Wenn in Mundart gesungen wird, die Ruprechte noch beim „Klousentreibe” als schaurige Gestalten im aufwändigen Fellgewand durch die Ortschaften streichen, dann fühlt man die Adventszeit.

Auch wenn die Klausen, Knecht Ruprechte im vorweihnachtlichen Kult eine Mischung aus christlicher und vorchristlicher Tradition sind. Umgeben von mystischen Klängen, dem Grollen der Glocken und wildem Gebrüll sollen sie dem Ursprung nach jegliches Böse von den Häusern und Gehöften fernhalten. Das gelingt, denn Schönes zieht stattdessen ein- ein liebevoller Nikolausmarkt mit vielen Laibles-Spezialitäten.

Ja was sind „Laible”? Übersetzt wohl kleine Brötchen. Bei uns ist es Weihnachtsgebäck in allen erdenklichen Sorten. Diesen Duft bekomme ich momentan gar nichtdscn4292 mehr aus der Nase. Unser Küchenchef bäckt auch schon seit Tagen mit seinen Leuten. Das hat sich wohl bei dem einen oder anderen Stammgast herumgesprochen – immer mehr wird die sogenannten ruhige Zeit bei uns zum Geheimtipp der Gäste.

Kürzlich meinte eine Dame am Telefon: ich komme noch schnell ein paar Tage in den Königswinkel, da könne man sich so gut erden, um dem Weihnachtstrubel leichter auszuhalten. Über meinen Tipp, das Romantikangebot König Ludwig zu nehmen, war sie erst erstaunt. Bei der Abreise hat sie mir dann zugezwinkert und gemeint: Ein guter Tipp. Es sei zwar ziemlich frisch gewesen bei der Besichtigung auf Neuschwanstein. Dafür hätte sie alles in Ruhe gesehen, weil nur eine Handvoll Leute bei der Führung dabei waren.

Vielleicht ist das ja auch mal ein Geschenktipp – sich Zeit miteinander zu schenken. Das macht mir immer wieder Freude – schöne Geschenkgutscheine zu entwerfen. Dabei stelle ich mir vor, wie unsere liebevollen Ausführungen Freude schaffen und freue mich gleich mit.

Eure Christiane von der Rezeption

App-Freaks und Königstreue auf einem (iPhone) Nenner

21. Oktober 2011

Endlich ist sie da und wesentlich mehr, als ein App-Spielzeug. Ich bin begeistert, was die neue App “Ludwig II. – Auf den Spuren des Märchenkönigs” alles zu bieten hat. Längst vorbei die Zeiten verstaubter Historiker, Museen und Galerien.

neuschwanstein

Die Bayerische Staatsbibliothek und die Schlösserverwaltung stellen sich damit nicht nur dem digitalen Zeitalter. Sie machen vor, wie komfortabel und überraschend Apps sein können. Hier erwacht die Eintrittskarten nach Neuschwanstein oder Hohenschwangau zum Leben – in Form einer digitalen Miniatur des Märchenschlosses. Nimmt man mit dem iPhone die Karte ins Visier, erscheint ein Modell des besuchten Schlosses als 3D-Simulation. Die zweisprachige App bietet u.a. innovative Augmented Reality-Technologie.

Das bedeutet: Werden bestimmte Objekte mit Bezug auf Ludwig II. mit der Kamera eines Smartphones anvisiert, ergänzt die App in Echtzeit das Kamerabild mit zusätzlichen Informationen wie Texten, Videos, Sound oder 3D-Animationen. Informationen zu 140 Orten in Bayern und Europa, umfangreiche Bildergalerien mit vielen historischen Fotos, gesprochene Zeitzeugenzitate, Videointerviews mit Experten und viele weitere überraschende und nützliche Funktionen sind auf der kostenlosen App zu finden. Virtuelle „Geschenke” an vielen Orten im Leben des Märchenkönigs, können im digitalen Album der App gesammelt werden.

“Mit dem König durch das Jahr” ist eine Push-Nachricht, mit der man an 147 Tagen des Jahres historische Ereignisse auf das iPhone bekommt. Trauriger Termin heute, am 11.10. starb 1916 Ludwigs Bruder, König Otto von Bayern, auf Schloss Fürstenried.

Innenansichten seiner politischen Denk- und Arbeitsweisen, seine Technikaffinität aber auch die maßgeblichen Personen in seinem Leben sind mit einem Touch abrufbar. Kaiserin Sissi oder Bernhard von Gudden geben elektronisch Informationen zu ihrer Lebensgeschichte. Neun Alben zeigen neben Neuschwanstein, Hohenschwangau die weiteren Stationen des Märchenkönigs. Herrenchiemsee, Linderhof und die Bayerische Staatsbibliothek. Eigentlich ein super Planungsmittel. Nur waren sie auf meinem Smartphone heute nicht zu öffnen. Keine Ahnung woran es lag. Insgesamt bietet die Applikation auch eine perfekte Vorbereitung auf einen Besuch der Schlösser oder des neuen Museums der Bayerischen Könige in Hohenschwangau. Was die (fast) perfekte App allerdings nicht zeigen kann, ist die Einzigartigkeit des realen Königswinkels. Schöne, perfekte virtuelle Welt ja. Aber das Original, vor allem in den Herbstfarben Rot und Gold ist einfach unschlagbar. Ach j a, die App ist kostenlos im App-Store zu bekommen. Damit hat so mancher App-User den Königstreuen einen Wissensvorsprung rausgeholt, oder besser downloaded!

Eure Lissi von der Rezeption

Ein ganz normaler Tag im Oktober

7. Oktober 2011

Was gibt es Herrlicheres als einen schönen, klaren Herbsttag mit seinem typisch erdigen Geruch, mild-wärmenden Sonnenstrahlen und einem Bergpanorama, dass man selbst als Einheimischer ins ehrfürchtige Staunen gerät?

An solchen Tagen wird einem bewusst, was für ein unbeschreibliches Glück es ist, in solch einer wunderschönen Landschaft leben zu dürfen. Klar, dass man sie nicht nur hinterm Schreibtisch verbringen will. Ein Grund mehr, mit Hausgästen Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Die freuen sich über Tipps und Insiderwissen und ich freue mich, selbst zwischendurch eine Auszeit vom Alltagsstress zu bekommen, in der Natur Kraft zu tanken für die nächsten Herausforderungen. Und natürlich stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite und habe meinen Spaß daran, „meine Gäste” über so manchen Schleichweg zum Ziel zu führen.

Ich mag es, mit offenen Augen und Ohren durch die Natur zu gehen. Es ist einfach faszinierend, was man alles entdeckt. Und es kommt nicht darauf an, immer große Touren zu planen. Deshalb war ich mit zwei Ehepaaren am Schwansee unterwegs. Der wunderschöne See mit seinem märchenhaft-verwunschenen Flair und seinem tiefgrünen Wasser weckte natürlich ganz besonders die Begeisterung meiner Begleiter. Auch mich berührt seine Schönheit jedes Mal wieder – umgeben von Wald, Schilfgürteln, Streuwiesen und Mooren liegt er still und unergründlich im ehemaligen Schlosspark von Schloss Hohenschwangau.

Apropos Hohenschwangau: Wir beschlossen, durch den Wald zum Schloss hinauf zu wandern. Glücklicherweise hatte ich meinen Gästen geraten, festes Schuhwerk anzuziehen und Wanderstöcke mitzunehmen – denn man weiß ja nie. Ein Spaziergang um den See kann schnell zur Wandertour werden, wenn ich merke, dass meine Mitwanderer Spaß daran haben. Hinauf ging es also bis zur Weggabelung, an der es heißt: Zum Schloss 20 Minuten. Schnurstracks wollten meine Begleiter stramm voran schreiten, aber ich winkte sie zurück. Wir nahmen einen kleinen unscheinbaren Weg durch den Wald Richtung Berzenkopf. Denn hier ist es ruhiger als auf dem Hauptweg zum Schloss. Und tatsächlich: bei unserem gemütlichen Aufstieg begegnete uns fast niemand, der Blick auf den Forggense war beeindruckend in der klaren, trockenen Herbstluft. Zwei kleine Salamander huschten durch die raschelnden Blätter über den Weg. Ein scheues Eichhörnchen kletterte schnell auf seinen Baum, als es uns entdeckte.

Am Abend blieb das gute Gefühl, einen wunderschönen Tag optimal genutzt zu haben. Es muss ja nicht immer die Mammut-Tour mit hohen Zielen sein. Wenn ich nicht das Glück hätte, hier im Ostallgäu zu leben, ich würde wohl jetzt im Herbst keine Gelegenheit für einen Wochenendausflug auslassen. Deshalb haben wir ein eigenes Last-Minute-Paket geschnürt. Sozusagen für spontane, schöne Herbsttage. Noch genau die richtige Gelegenheit Wärme zu tanken, bevor es richtig kalt wird.

Herzlichst,
Ihr Erhard Thurm

Die Last des Lobes

25. September 2011

Ein Blick zurück – Anfang Februar. Anruf aus Hamburg, zwei Mitarbeiter von GeoSaison möchten im Haus fotografieren. Auf Nachfrage wofür, zu welchem Anlass, die lapidare Antwort: es handelt sich um eine eventuelle Reportage. Mehr könne man im Moment dazu nicht sagen. Tage später kommt ein Fotograf in Begleitung, stellt sich korrekt vor, gibt sich ansonsten zugeknöpft. Er wolle im Haus fotografieren. Nein, Unterstützung, geschweige denn Beratung, wo, was, wie am besten in Szene gesetzt werden kann, brauche er nicht. Nach zwei Stunden sind sie wieder weg.

Einige Monate später ein Anruf aus der Hamburger Redaktion. Ich sollte doch bitte ein Zimmerbild per Mail senden. Wofür konkret? Die Antwort bleibt vage. Ein ungutes Gefühl in der Magengrube, ich schicke es trotzdem per Mail los. Monate vergehen.

geosaisonIm September bekommen wir über unsere hauseigene Presseagentur eine Presseinformation aus dem Haus Gruner + Jahr. Dort wird die GeoSaison, DAS Hochglanz-Reisemagazin der Republik, verlegt. Das Hotel Rübezahl sei zu den achtzehn schönsten Landhotels in Deutschland gekürt worden. Besser, die Redaktion hat sich nach eigenen Kriterien quer durchs Land Häuser im Viersterne-Bereich angesehen, die in Preis und Leistung, durchs Konzept, die besondere Lage, ihre Individualität, aus der breiten Maße herausragen. So die spätere Erklärung.

Damit ist bei uns der Druck aus dem Kessel, die Skepsis, was aus dem introvertierten Verhalten der Hamburger Redaktion zu schließen ist, wandelt sich in Freude. Ja, wir freuen uns, uns im „who is who” der der deutschen Landhotels als Nummer 9 von dann doch insgesamt 17 Häusern wiederzufinden.

Beschreibungen wie: Wer sich hier besonders wohl fühlt: „Monarchisten, Genießer und Romantiker”, ja das schmeichelt und gibt die Hausphilosophie wider. Die beschriebene Situation ist aber auch eine Innenansicht, wie nah Erfolg und die Sorge um Nichterfolg beieinanderliegen. Auch wenn man vom eigenen Konzept noch so überzeugt ist, Qualität lebt und Gastgeber von Herzen ist, bleibt man doch angreifbar. Denn die eine Momentaufnahme, der Besuch des Redaktionsteams, entscheidet letztendlich über die Beurteilung an ziemlich prominenter Stelle. Da kommt man sich dann vor, wie auf einem schmalen Grat hoch oben in unseren Allgäuer Bergen! Ein falscher Tritt und man fällt öffentlich ins Bodenlose.

bergeApropos, droben am Berg ist es momentan strahlend schön, mit ungetrübter Fernsicht und dem weichen, wehmutsvollen Licht des Herbstes. Jetzt ist die Zeit, den Sommer in einem milden Sonnenlicht zu verlängern, auf die Höhen zu gehen und abends vor dem Kamin in Ruhe den Tag ausklingen zu lassen – hier im ruhigen Umfeld der Königsschlösser.   (schauen Sie unsere Aktiv-Pauschalen).

PS: und die Gratwanderungen mit Rucksack und Wanderschuhen ist um einiges ungefährlicher, als eine anonyme Hotelbewertung – denn man bewegt sich auf gesicherten, gut ausgeschilderten Bergwegen. Das ist beim unternehmerischen Weg etwas anders: Auch bei der besten Routenplanung sind die Wegabschnitte nicht immer klar einsehbar – umso größer ist dann die Freude, wenn man ein hohes Ziel erreicht hat – so, wie die „Adelung zu einem der schönsten Landhotels” eben. Vor allem auch deshalb, weil wir ganz sicher und transparent gesehen haben, diese Redaktion lässt sich nicht in die Karten schauen, sich damit auch nicht beeinflussen – deshalb von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön nach Hamburg für die neutrale und deshalb besonders wertvolle Beurteilung.

Herzlichst
Ihre Giselle Thurm

Liebesschlösser vor den Märchenschlössern

18. September 2011

Solche Meldungen dürfte die Allgäuer Zeitung häufiger bringen – nämlich positive, die zum Lächeln anregen und indirekt sogar mit meinem Arbeitsplatz in Verbindung stehen:

In der Donnerstagausgabe der AZ war ein Foto von Neuschwanstein durch das Geländer der Marienbrücke oberhalb des Schlosses, geschossen – daran hingen kleine Vorhängeschlösser. (Leider haben wir das Foto nicht bekommen, ich hätte es so gerne gezeigt).

schloss10Der Brauch hat sich durch unsere italienischen Besucher so langsam aus der Metropole Rom, wo sie seit Jahren als „Lucchetti dell`Amore” an der Milvischen Brücke hängen, bis nach Schwangau eingeschlichen.  Einfach schön! Liebespaare schwören sich ewige Treue, befestigen das Schloss am Brückengeländer und werfen als Zeichen unauflöslicher Verbindung die Schlüssel in die Tiefe der Pöllatschlucht. Besonders schön, wenn man solche Romantiker persönlich kennt und den Turteltauben tagtäglich nahe kommt.

Das sind die Momente, in denen ich meinen Beruf als Hausdame besonders liebe. Wir bereiten die Romantiksuiten für Honeymoon-Gäste vor, achten auf jedes romantische Detail. Von den passenden Kerzen um die Whirle-Wanne bis zum Sektkühler und den strahlend polierten Gläsern.

Und wenn dann auch reifere Paare von einer romantischen Picknick-Ausfahrt mit unserem „Barockengel” zurückkommen, leben selbst wir mit auf. Es ist einfach schön, in einer ansonsten so harten, herben und strengen Welt entspannte, ja glückliche Gesichter zu sehen.

Auch dafür leben wir unseren Beruf hier – allen voran unser Chef. Er sucht die verschwiegenen Picknickplätze aus, chauffiert das Paar dorthin, um sie erst wieder abzuholen, wenn er per Handy gerufen wird. Wenn dann abends die frisch Vermählten oder Silberpaare beim Candle-Light-Dinner sitzen, frag ich mich manchmal: Was strahlt mehr, die Augen dieser Menschen oder unsere Swarovski-Steine im Spiegelsaal?

romantik1Ich hoffe, dass dieser Romantikausflug zu den Liebesschlössern und der Blick durchs Schlüsselloch der Romantiksuite nicht zu sehr heile Welt sind? Dabei tut gerade das uns allen zwischendurch besonders gut. Raus aus dem Alltag, rein in eine geschützte, heile Welt auf Zeit. Beziehung aufleben lassen, auffrischen oder ganz neu in die Zweisamkeit starten.

Ich wünsch allen viel Glück dabei !

Ihre Hausdame Nena

PS: Brauchen Sie Inspirationen? Hier sind unsere schönsten Romantik-Arrangements

Das setzt Hohenschwangau die Krone auf!

7. September 2011

Nur noch wenige Tage, dann bekommen Neuschwanstein und Hohenschwangau so etwas wie eine gemeinsame Fassung: das neue Wittelsbacher Museum direkt am Ufer des Alpsee.

museum11Es unterscheidet sich ganz wesentlich von klassischen Museumsbauten. Dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds als Investor geht es darum, Hintergründe über eine der ältesten Dynastien Europas begreif- und erlebbar zu machen. Ganz toll, dass auf 1.000 Quadratmetern eine Kunstsammlung, aber auch die Trachten Bayerns, der Ursprung des Oktoberfestes und andere, eng mit dem Königshaus verbundene Themen, berücksichtigt wurden.

Im Mittelpunkt stehen König Maximilian II. und natürlich sein Sohn, Ludwig II., der Märchenkönig. Die historischen Zusammenhänge der beiden Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein werden dann sicher deutlicher. Prinz Luitpold von Bayern ist jedenfalls überzeugt, dass das Museum eine Wissenslücke schließen wird.

Was uns Schwangauer besonders freut: kostbare Originalexponate aus dem Fundes der Wittelsbacher, wie ein königlicher Mantel und ein königliches Tafelservice, kommen an den Originalort zurück.

Super auch, aus unserer Sicht, dass an dem Millionenprojekt international gearbeitet wurde – so international, wie die Besucher unserer Region auch sind. Keine geringere, als die chinesische Stardesignerin Yang Liu wurde für die Ausstellung bemüht. Geplant haben das historische Gebäude mit modernen Bereichen die Architekten von Staag aus Berlin.

Ein mutiges, und wie in allen Zeitungen zu lesen war, mit dem Denkmalschutz abgestimmtes Konzept. Damit kommt wieder Leben in die ehemaligen „Alpenrose” Das umgebaute Hotel Alpenrose, das Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen „Königliches Hofhotel und Pension zur Alpenrose” als erstes Haus am Platz galt, vereint alt und neu: Auf den Mittelbau, in dem sich einst der Speisesaal des damaligen Grandhotels befand, wurde eine moderne Konstruktion aus Glas und Stahl aufsetzt. (Klingt wie eine kleine Reichstags-Version – ob die Berliner Architekten dort inspiriert wurden?)

Damit ist der Blick frei auf BEIDE Schlösser. Ich bin sehr gespannt, wie beeindruckend das wirken wird. Ähnlich überraschend soll der Stammbaum der Wittelsbacher „begehbar” aufgebaut sein. Es wird langsam Zeit, dass die Eröffnung kommt. Die Spannung und Neugierde steigt. Auch die Spannung, wie viele der gestressten Europatouristen sich die Zeit nehmen, 30, 60 oder 120 Minuten mit Audioguide im Museum zu verweilen. Spannend auch, ob die erwarteten Besucherzahlen von 200.000 jährlich zutreffen. Es könnten auch mehr werden. Schließlich bringt es Neuschwanstein allein schon auf 1.3 Mio. jährlich(!)

Für uns im Rübezahl geht damit so etwas, wie ein Traum in Erfüllung. Der wundervolle Platz direkt am Alpsee bekommt wieder Leben und der Besuch der Königsschlösser mehr Hintergrund. Uns, direkt vor den Schlössern ist es wichtig, dass sich Besucher Zeit nehmen, diesen einmaligen Platz auf sich wirken zu lassen. Dass sie versuchen, die Geschichte und Geschichten dieses königlichen Platzes zu verstehen und Kultur und Natur Bayerns genießen.Unsere Hotelgäste werden es jedenfalls genießen zwischen dem zeitgemäß königlichen Logenplatz und der bayerischen Geschichte zu wechseln. Wir besorgen auch fürs neue Museum die Tickets und geben die, zugegeben stolzen Preise von 31 Euro als Einzelbesucher (beide Schlösser + Museum) direkt weiter. Gruppen ab 15 Personen bezahlen 27 Euro für alle drei Sehenswürdigkeiten.  ( Eintrittspreise und Kombi-Tickets Schlösser + Museum  PDF-Datei)

Auch ja, am Samstag, 10. Oktober ist es so weit! Wir werden darauf anstoßen – vielleicht mit einer neuen Kreation bei mir an der Bar. Dann kommt ein erster Besuchsbericht – versprochen.
Euer Josef