Archiv für Juni 2010

„Isar 12–bitte kommen“–der BMW Barockengel im Rübezahl

Samstag, 26. Juni 2010

oldie31Wenn der Ruf  “Isar 12 – bitte kommen!” ertönte, konnten sich Fernsehzuschauer auf eine knappe halbe Stunde spannender Unterhaltung einrichten. Die Krimiserie “Funkstreife Isar 12″ lief bei der ARD ab 1961 im Vorabendprogramm und brachte es bis 1963 auf immerhin 35 Folgen.

Sie scheint bis heute nachzuwirken – schon allein wegen dem schnittigen Streifenwagen “Isar 12″, einem BMW “Barockengel”. Immerhin wiederholte der Bayerische Rundfunk die Serie ab 2006 noch mal.

Und spätestens beim Wiedersehen mit dem unvergessenen flaschengrünen Auto, einem BMW 501, der seiner runden Form wegen auch “Barockengel” hieß, war für mich klar – so ein Wagen würde sich in unserem Haus sehr gut machen.

Für die 140 PS unter seiner Haube fuhr er für damalige Verhältnisse rasante 180 Stundenkilometer, und beim Anblick des Barockengels schlagen die Herzen aller Oldtimerfans höher. Meins auch, aber nicht nur.

Zu meiner absoluten Überraschung unterstützte Alexander, unser 14-jähriger Sohn, von Anfang an meine Idee, einen BMW 502 als Hotel-Oldtimer anzuschaffen. Gesagt, getan, seit Kurzem ist ein eleganter silberfarbener Barockengel unser gemeinsames Eigentum.

Vater und Sohn sind Anteilseigner! Die ersten Wochen waren allerdings nicht ganz störungsfrei mit unserer neuen Liebe. Undichte Gummilippen an Front- und Heckscheibe, eine gerissene Öldruckleitung auf dem Weg zum Autosattler und noch ein paar Kleinigkeiten stellten unsere Begeisterung auf eine harte Probe. Inzwischen längst vergessen – die Bilder entstanden bei unserer ersten gemeinsamen Ausfahrt nach Neuschwanstein und auf dem Weg zur Wieskirche.

Jetzt schnurrt die alte Dame zuverlässig und sehr nobel bei individuellen Gästeausfahrten mit Chauffeur oder bei der Fahrt zum Standesamt. Ganz besonders kann man sie für den schönsten Tag im Leben, die kirchliche Hochzeit ausstaffieren. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn zu besonderen Anlässen der Engel aus den bayerischen Motorenwerken einen glänzenden Auftritt haben wird.

Ihr Erhard Thurm

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Energie für meine Wadeln

Samstag, 19. Juni 2010

Mountainbiker, die auf ihren vollgefederten Bikes, in stylischem Outfit an mir vorüberziehen, hießen bisher bei mir Motivationsbremse.  Warum? Weil sie offensichtlich mühelos zwischen Säuling, Tegelberg und der Bleckenau Höhenmeter kurbeln.

Natürlich schwingt etwas Neid mit, wenn ich am Lenker hänge und die Zähne zusammenbeiße, während hunderte von Bikern voll motiviert zwischen dem idyllischen Voralpenland, vorbei an Neuschwanstein zu den Singletrails, Richtung Ammerwald, durchstarten.

Doch das hat jetzt ein Ende. Nicht, dass ich mehr Zeit fürs Konditionstraining habe, nein. Die Alternative heißt Movelo und greift immer dann ein, wenn meine Wadeln die Kraft verlassen. Die optisch ansprechenden E-Bikes gibt’s seit Kurzem in der Radregion Ostallgäu. Bei uns bringt sie ein Radsportgeschäft auf Bestellung gleich ins Hotel.

Sie fahren zwar auch nicht von allein, aber der umweltfreundliche Motor unterstützt die Pedalumdrehungen und verleiht dem Fahrer bis zu dreifache Kraft. Damit bewältigen auch Genussradler, wie ich, weite Strecken und steile Bergstraßen ganz entspannt und mit einem Lächeln. Adieu schmerzverzerrtes Gesicht, willkommen Radeln im Wohlfühlbereich.

Meine erste Ausfahrt hat mich zur Wieskirche geführt. 25 Kilometer einfache Strecke, abseits aller Autostraßen. Durch Wiesen und Wälder und mit dem sicheren Gefühl, der Akku reicht locker. Ja, mein eigener und der dezent unter dem Sattel integrierte Hilfsmotor. Der schnurrt maximal 60 Kilometer, je nach Steigung und Kraft meiner eigenen Beine. Dann geht er wieder an die Steckdose.

Eine feine Sache mit bezahlbarer Leihgebühr von 20 Euro pro Tag. Vielleicht probieren Sie es ja selbst mal in Verbindung mit dem Aktiv-Sommer Angebot im Allgäu mit sieben Übernachtungen im Hotel Rübezahl.

Mit dem eBike bleibt der Blick entspannt auf die wunderbare Natur, das Märchenschloss Neuschwanstein, die malerischen Seen gerichtet. Sturer Asphaltblick und schwerer Tritt adieu, den eBikes sei Dank.

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Löws Team scheitert in Südafrika erst im WM-Finale

Donnerstag, 10. Juni 2010

Dieser Onlineartikel hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Denn damit dürfen wir uns als deutsch-brasilianische Familie auf heiße Zeiten einstellen.

“Bei der Fußball-WM in Südafrika erreicht Deutschland das Finale. Das hat eine Gruppe von Wissenschaftlern errechnet. Der Studie zufolge soll diesmal Brasilien den WM-Pokal gewinnen. Deutschland kommt bei der Fußball-Weltmeisterschaft ins Finale – das will ein Tübinger Uni-Professor in einer wissenschaftlichen Studie errechnet haben. Er habe nicht nur sportliche Aspekte, sondern auch Faktoren aus der Wirtschaft, Religion und Geografie als Rechengrundlage genommen, sagte der Politikwissenschaftler Josef Schmid in Tübingen.

Im Endspiel ziehe Deutschland dann aber den Kürzeren und scheitere wie schon im Jahr 2002 an Brasilien. Die Wahrscheinlichkeit der Prognose des sechsköpfigen Wissenschaftler-Teams um Professor Schmid liege bei 75 Prozent.”

Finale 2002: Brasilien X Deutschland

Finale 2002: Brasilien X Deutschland

Na ja, alle vier Jahre dasselbe. Schon 2002 (siehe Foto) habe ich mich bemüht, als Brasilianerin nicht zu sehr zu jubeln, obwohl ich kein Hehl aus meinem Favoriten, Brasilien, mache.

Mein Mann mag meine Heimatmannschaft ja eigentlich auch, doch wenn Deutschland wieder gegen Brasilien antreten sollte, dann steht er voll und ganz hinter Schwarz-Rot-Gold.  Alexander hat es da einfacher (oder schwieriger).

Mein Sohn (14 J.) ist ein cleveres Kerlchen. Er könnte ja diplomatisch sein Fähnchen nach der erfolgreicheren Mannschaft hängen. Trotzdem hat er sich bisher immer für Brasilien entschieden :-)

Jetzt bleibt uns nur abzuwarten, wie Deutschland und Brasilien in die Vorrunde starten.

Wir werden jedenfalls alle zusammen mit unseren Gästen vor dem Flat-TV im Wintergarten im Hotel Rübezahl zittern und bangen, für Brasilien und für Deutschland – mal sehen, wie realistisch die Wissenschaft vorausgerechnet hat.

Ihre Giselle Thurm

Schiffe und Radler sind wieder unterwegs

Sonntag, 6. Juni 2010

Seit Kurzem schimmert er wieder in einem hellen Grün – der Forggensee. Vielleicht will er so signalisieren: freie Fahrt auf meinem Wasserspiegel oder ihr könnt wieder rund um mich herum in die Pedale treten.

Vielleicht sagt er uns ja auch damit, hey, ich bin ein sicherer Wasserspeicher. Ich geb ja zu, dieser Stausee, übrigens Bayerns fünftgrößter See, hat einen festen Platz in meinem Schwangauer Leben. Er bestimmt ja auch ein Stück weit unsere Jahreszeiten.

Denn im Winter ist er eher Karstlandschaft und jetzt, pünktlich zum 01. Juni hat er seine volle Funktion wieder. Damit heißt es ab sofort „Leinen los” zur kleinen oder großen Forggenseerundfahrt. Jetzt legen die MS Allgäu und die MS Füssen wieder in der Nähe des Rübezahl in Waltenhofen an.

Damit kann man ganz geruhsam in zweieinhalb Stunden über den See schippern. Spätestens ab Höhe Dietringen ist man so weit von den Bergen entfernt, dass man einen super Blick auf die Alpenkette von den Ammergauer über den Säuling bis zu den Tannheimer Bergen hat. Trotzdem fühl ich mich an Land wohler – nehm häufig noch abends mein Rad und spul die Forggensee-Radrunde ab.

32 Kilometer sind eine prima Trainingsstrecke. Wenn ich rechtzeitig aus dem Hotel komme, fahr ich erst in Richtung Norden los. Dann ist die zweite Hälfte kurz vor Füssen manchmal in blutrotes Licht getaucht – Sonnenuntergang am Forggensee – einfach super. sunset1

Euer Benni