Adventszeit ist Brauchtumszeit in den Bergen. Die Traditionen sind alt, die Begriffe manchmal ungewohnt und die Stimmung sehr echt hier im Allgäu.
Diese Erfahrung mach ich immer wieder, wenn ich von einem der großen Weihnachtsmärkt, ob aus München, Augsburg oder Nürnberg, wieder hierher zurückkomme. Heimelig nennen wir die Zeit im Advent in Füssen oder Schwangau. Weil Landschaft, Bräuche und Traditionen sich so schön ergänzen.
Auch wenn momentan der Raureif das Weiß des Schnees noch ersetzen muss: die Kulisse der Berge, die Wälder, die klare kalte Luft und die traditionellen „Termine”, vom „Klous” bis zum alpenländischen Adventssingen bringen mich immer wieder runter. Machen mich bodenhaftig, ich spüre, was wichtig ist und was nur oberflächliche Unterhaltung ist. Wenn in Mundart gesungen wird, die Ruprechte noch beim „Klousentreibe” als schaurige Gestalten im aufwändigen Fellgewand durch die Ortschaften streichen, dann fühlt man die Adventszeit.
Auch wenn die Klausen, Knecht Ruprechte im vorweihnachtlichen Kult eine Mischung aus christlicher und vorchristlicher Tradition sind. Umgeben von mystischen Klängen, dem Grollen der Glocken und wildem Gebrüll sollen sie dem Ursprung nach jegliches Böse von den Häusern und Gehöften fernhalten. Das gelingt, denn Schönes zieht stattdessen ein- ein liebevoller Nikolausmarkt mit vielen Laibles-Spezialitäten.
Ja was sind „Laible”? Übersetzt wohl kleine Brötchen. Bei uns ist es Weihnachtsgebäck in allen erdenklichen Sorten. Diesen Duft bekomme ich momentan gar nicht
mehr aus der Nase. Unser Küchenchef bäckt auch schon seit Tagen mit seinen Leuten. Das hat sich wohl bei dem einen oder anderen Stammgast herumgesprochen – immer mehr wird die sogenannten ruhige Zeit bei uns zum Geheimtipp der Gäste.
Kürzlich meinte eine Dame am Telefon: ich komme noch schnell ein paar Tage in den Königswinkel, da könne man sich so gut erden, um dem Weihnachtstrubel leichter auszuhalten. Über meinen Tipp, das Romantikangebot König Ludwig zu nehmen, war sie erst erstaunt. Bei der Abreise hat sie mir dann zugezwinkert und gemeint: Ein guter Tipp. Es sei zwar ziemlich frisch gewesen bei der Besichtigung auf Neuschwanstein. Dafür hätte sie alles in Ruhe gesehen, weil nur eine Handvoll Leute bei der Führung dabei waren.
Vielleicht ist das ja auch mal ein Geschenktipp – sich Zeit miteinander zu schenken. Das macht mir immer wieder Freude – schöne Geschenkgutscheine zu entwerfen. Dabei stelle ich mir vor, wie unsere liebevollen Ausführungen Freude schaffen und freue mich gleich mit.
Eure Christiane von der Rezeption



















