Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

Adventszeit…

Donnerstag, 24. November 2011

dscn4294Adventszeit ist Brauchtumszeit in den Bergen. Die Traditionen sind alt, die Begriffe manchmal ungewohnt und die Stimmung sehr echt hier im Allgäu.

Diese Erfahrung mach ich immer wieder, wenn ich von einem der großen Weihnachtsmärkt, ob aus München, Augsburg oder Nürnberg, wieder hierher zurückkomme. Heimelig nennen wir die Zeit im Advent in Füssen oder Schwangau. Weil Landschaft, Bräuche und Traditionen sich so schön ergänzen.

Auch wenn momentan der Raureif das Weiß des Schnees noch ersetzen muss: die Kulisse der Berge, die Wälder, die klare kalte Luft und die traditionellen „Termine”, vom „Klous” bis zum alpenländischen Adventssingen bringen mich immer wieder runter. Machen mich bodenhaftig, ich spüre, was wichtig ist und was nur oberflächliche Unterhaltung ist. Wenn in Mundart gesungen wird, die Ruprechte noch beim „Klousentreibe” als schaurige Gestalten im aufwändigen Fellgewand durch die Ortschaften streichen, dann fühlt man die Adventszeit.

Auch wenn die Klausen, Knecht Ruprechte im vorweihnachtlichen Kult eine Mischung aus christlicher und vorchristlicher Tradition sind. Umgeben von mystischen Klängen, dem Grollen der Glocken und wildem Gebrüll sollen sie dem Ursprung nach jegliches Böse von den Häusern und Gehöften fernhalten. Das gelingt, denn Schönes zieht stattdessen ein- ein liebevoller Nikolausmarkt mit vielen Laibles-Spezialitäten.

Ja was sind „Laible”? Übersetzt wohl kleine Brötchen. Bei uns ist es Weihnachtsgebäck in allen erdenklichen Sorten. Diesen Duft bekomme ich momentan gar nichtdscn4292 mehr aus der Nase. Unser Küchenchef bäckt auch schon seit Tagen mit seinen Leuten. Das hat sich wohl bei dem einen oder anderen Stammgast herumgesprochen – immer mehr wird die sogenannten ruhige Zeit bei uns zum Geheimtipp der Gäste.

Kürzlich meinte eine Dame am Telefon: ich komme noch schnell ein paar Tage in den Königswinkel, da könne man sich so gut erden, um dem Weihnachtstrubel leichter auszuhalten. Über meinen Tipp, das Romantikangebot König Ludwig zu nehmen, war sie erst erstaunt. Bei der Abreise hat sie mir dann zugezwinkert und gemeint: Ein guter Tipp. Es sei zwar ziemlich frisch gewesen bei der Besichtigung auf Neuschwanstein. Dafür hätte sie alles in Ruhe gesehen, weil nur eine Handvoll Leute bei der Führung dabei waren.

Vielleicht ist das ja auch mal ein Geschenktipp – sich Zeit miteinander zu schenken. Das macht mir immer wieder Freude – schöne Geschenkgutscheine zu entwerfen. Dabei stelle ich mir vor, wie unsere liebevollen Ausführungen Freude schaffen und freue mich gleich mit.

Eure Christiane von der Rezeption

App-Freaks und Königstreue auf einem (iPhone) Nenner

Freitag, 21. Oktober 2011

Endlich ist sie da und wesentlich mehr, als ein App-Spielzeug. Ich bin begeistert, was die neue App “Ludwig II. – Auf den Spuren des Märchenkönigs” alles zu bieten hat. Längst vorbei die Zeiten verstaubter Historiker, Museen und Galerien.

neuschwanstein

Die Bayerische Staatsbibliothek und die Schlösserverwaltung stellen sich damit nicht nur dem digitalen Zeitalter. Sie machen vor, wie komfortabel und überraschend Apps sein können. Hier erwacht die Eintrittskarten nach Neuschwanstein oder Hohenschwangau zum Leben – in Form einer digitalen Miniatur des Märchenschlosses. Nimmt man mit dem iPhone die Karte ins Visier, erscheint ein Modell des besuchten Schlosses als 3D-Simulation. Die zweisprachige App bietet u.a. innovative Augmented Reality-Technologie.

Das bedeutet: Werden bestimmte Objekte mit Bezug auf Ludwig II. mit der Kamera eines Smartphones anvisiert, ergänzt die App in Echtzeit das Kamerabild mit zusätzlichen Informationen wie Texten, Videos, Sound oder 3D-Animationen. Informationen zu 140 Orten in Bayern und Europa, umfangreiche Bildergalerien mit vielen historischen Fotos, gesprochene Zeitzeugenzitate, Videointerviews mit Experten und viele weitere überraschende und nützliche Funktionen sind auf der kostenlosen App zu finden. Virtuelle „Geschenke” an vielen Orten im Leben des Märchenkönigs, können im digitalen Album der App gesammelt werden.

“Mit dem König durch das Jahr” ist eine Push-Nachricht, mit der man an 147 Tagen des Jahres historische Ereignisse auf das iPhone bekommt. Trauriger Termin heute, am 11.10. starb 1916 Ludwigs Bruder, König Otto von Bayern, auf Schloss Fürstenried.

Innenansichten seiner politischen Denk- und Arbeitsweisen, seine Technikaffinität aber auch die maßgeblichen Personen in seinem Leben sind mit einem Touch abrufbar. Kaiserin Sissi oder Bernhard von Gudden geben elektronisch Informationen zu ihrer Lebensgeschichte. Neun Alben zeigen neben Neuschwanstein, Hohenschwangau die weiteren Stationen des Märchenkönigs. Herrenchiemsee, Linderhof und die Bayerische Staatsbibliothek. Eigentlich ein super Planungsmittel. Nur waren sie auf meinem Smartphone heute nicht zu öffnen. Keine Ahnung woran es lag. Insgesamt bietet die Applikation auch eine perfekte Vorbereitung auf einen Besuch der Schlösser oder des neuen Museums der Bayerischen Könige in Hohenschwangau. Was die (fast) perfekte App allerdings nicht zeigen kann, ist die Einzigartigkeit des realen Königswinkels. Schöne, perfekte virtuelle Welt ja. Aber das Original, vor allem in den Herbstfarben Rot und Gold ist einfach unschlagbar. Ach j a, die App ist kostenlos im App-Store zu bekommen. Damit hat so mancher App-User den Königstreuen einen Wissensvorsprung rausgeholt, oder besser downloaded!

Eure Lissi von der Rezeption

Ein ganz normaler Tag im Oktober

Freitag, 7. Oktober 2011

Was gibt es Herrlicheres als einen schönen, klaren Herbsttag mit seinem typisch erdigen Geruch, mild-wärmenden Sonnenstrahlen und einem Bergpanorama, dass man selbst als Einheimischer ins ehrfürchtige Staunen gerät?

An solchen Tagen wird einem bewusst, was für ein unbeschreibliches Glück es ist, in solch einer wunderschönen Landschaft leben zu dürfen. Klar, dass man sie nicht nur hinterm Schreibtisch verbringen will. Ein Grund mehr, mit Hausgästen Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Die freuen sich über Tipps und Insiderwissen und ich freue mich, selbst zwischendurch eine Auszeit vom Alltagsstress zu bekommen, in der Natur Kraft zu tanken für die nächsten Herausforderungen. Und natürlich stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite und habe meinen Spaß daran, „meine Gäste” über so manchen Schleichweg zum Ziel zu führen.

Ich mag es, mit offenen Augen und Ohren durch die Natur zu gehen. Es ist einfach faszinierend, was man alles entdeckt. Und es kommt nicht darauf an, immer große Touren zu planen. Deshalb war ich mit zwei Ehepaaren am Schwansee unterwegs. Der wunderschöne See mit seinem märchenhaft-verwunschenen Flair und seinem tiefgrünen Wasser weckte natürlich ganz besonders die Begeisterung meiner Begleiter. Auch mich berührt seine Schönheit jedes Mal wieder – umgeben von Wald, Schilfgürteln, Streuwiesen und Mooren liegt er still und unergründlich im ehemaligen Schlosspark von Schloss Hohenschwangau.

Apropos Hohenschwangau: Wir beschlossen, durch den Wald zum Schloss hinauf zu wandern. Glücklicherweise hatte ich meinen Gästen geraten, festes Schuhwerk anzuziehen und Wanderstöcke mitzunehmen – denn man weiß ja nie. Ein Spaziergang um den See kann schnell zur Wandertour werden, wenn ich merke, dass meine Mitwanderer Spaß daran haben. Hinauf ging es also bis zur Weggabelung, an der es heißt: Zum Schloss 20 Minuten. Schnurstracks wollten meine Begleiter stramm voran schreiten, aber ich winkte sie zurück. Wir nahmen einen kleinen unscheinbaren Weg durch den Wald Richtung Berzenkopf. Denn hier ist es ruhiger als auf dem Hauptweg zum Schloss. Und tatsächlich: bei unserem gemütlichen Aufstieg begegnete uns fast niemand, der Blick auf den Forggense war beeindruckend in der klaren, trockenen Herbstluft. Zwei kleine Salamander huschten durch die raschelnden Blätter über den Weg. Ein scheues Eichhörnchen kletterte schnell auf seinen Baum, als es uns entdeckte.

Am Abend blieb das gute Gefühl, einen wunderschönen Tag optimal genutzt zu haben. Es muss ja nicht immer die Mammut-Tour mit hohen Zielen sein. Wenn ich nicht das Glück hätte, hier im Ostallgäu zu leben, ich würde wohl jetzt im Herbst keine Gelegenheit für einen Wochenendausflug auslassen. Deshalb haben wir ein eigenes Last-Minute-Paket geschnürt. Sozusagen für spontane, schöne Herbsttage. Noch genau die richtige Gelegenheit Wärme zu tanken, bevor es richtig kalt wird.

Herzlichst,
Ihr Erhard Thurm

Die Last des Lobes

Sonntag, 25. September 2011

Ein Blick zurück – Anfang Februar. Anruf aus Hamburg, zwei Mitarbeiter von GeoSaison möchten im Haus fotografieren. Auf Nachfrage wofür, zu welchem Anlass, die lapidare Antwort: es handelt sich um eine eventuelle Reportage. Mehr könne man im Moment dazu nicht sagen. Tage später kommt ein Fotograf in Begleitung, stellt sich korrekt vor, gibt sich ansonsten zugeknöpft. Er wolle im Haus fotografieren. Nein, Unterstützung, geschweige denn Beratung, wo, was, wie am besten in Szene gesetzt werden kann, brauche er nicht. Nach zwei Stunden sind sie wieder weg.

Einige Monate später ein Anruf aus der Hamburger Redaktion. Ich sollte doch bitte ein Zimmerbild per Mail senden. Wofür konkret? Die Antwort bleibt vage. Ein ungutes Gefühl in der Magengrube, ich schicke es trotzdem per Mail los. Monate vergehen.

geosaisonIm September bekommen wir über unsere hauseigene Presseagentur eine Presseinformation aus dem Haus Gruner + Jahr. Dort wird die GeoSaison, DAS Hochglanz-Reisemagazin der Republik, verlegt. Das Hotel Rübezahl sei zu den achtzehn schönsten Landhotels in Deutschland gekürt worden. Besser, die Redaktion hat sich nach eigenen Kriterien quer durchs Land Häuser im Viersterne-Bereich angesehen, die in Preis und Leistung, durchs Konzept, die besondere Lage, ihre Individualität, aus der breiten Maße herausragen. So die spätere Erklärung.

Damit ist bei uns der Druck aus dem Kessel, die Skepsis, was aus dem introvertierten Verhalten der Hamburger Redaktion zu schließen ist, wandelt sich in Freude. Ja, wir freuen uns, uns im „who is who” der der deutschen Landhotels als Nummer 9 von dann doch insgesamt 17 Häusern wiederzufinden.

Beschreibungen wie: Wer sich hier besonders wohl fühlt: „Monarchisten, Genießer und Romantiker”, ja das schmeichelt und gibt die Hausphilosophie wider. Die beschriebene Situation ist aber auch eine Innenansicht, wie nah Erfolg und die Sorge um Nichterfolg beieinanderliegen. Auch wenn man vom eigenen Konzept noch so überzeugt ist, Qualität lebt und Gastgeber von Herzen ist, bleibt man doch angreifbar. Denn die eine Momentaufnahme, der Besuch des Redaktionsteams, entscheidet letztendlich über die Beurteilung an ziemlich prominenter Stelle. Da kommt man sich dann vor, wie auf einem schmalen Grat hoch oben in unseren Allgäuer Bergen! Ein falscher Tritt und man fällt öffentlich ins Bodenlose.

bergeApropos, droben am Berg ist es momentan strahlend schön, mit ungetrübter Fernsicht und dem weichen, wehmutsvollen Licht des Herbstes. Jetzt ist die Zeit, den Sommer in einem milden Sonnenlicht zu verlängern, auf die Höhen zu gehen und abends vor dem Kamin in Ruhe den Tag ausklingen zu lassen – hier im ruhigen Umfeld der Königsschlösser.   (schauen Sie unsere Aktiv-Pauschalen).

PS: und die Gratwanderungen mit Rucksack und Wanderschuhen ist um einiges ungefährlicher, als eine anonyme Hotelbewertung – denn man bewegt sich auf gesicherten, gut ausgeschilderten Bergwegen. Das ist beim unternehmerischen Weg etwas anders: Auch bei der besten Routenplanung sind die Wegabschnitte nicht immer klar einsehbar – umso größer ist dann die Freude, wenn man ein hohes Ziel erreicht hat – so, wie die „Adelung zu einem der schönsten Landhotels” eben. Vor allem auch deshalb, weil wir ganz sicher und transparent gesehen haben, diese Redaktion lässt sich nicht in die Karten schauen, sich damit auch nicht beeinflussen – deshalb von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön nach Hamburg für die neutrale und deshalb besonders wertvolle Beurteilung.

Herzlichst
Ihre Giselle Thurm

Das setzt Hohenschwangau die Krone auf!

Mittwoch, 7. September 2011

Nur noch wenige Tage, dann bekommen Neuschwanstein und Hohenschwangau so etwas wie eine gemeinsame Fassung: das neue Wittelsbacher Museum direkt am Ufer des Alpsee.

museum11Es unterscheidet sich ganz wesentlich von klassischen Museumsbauten. Dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds als Investor geht es darum, Hintergründe über eine der ältesten Dynastien Europas begreif- und erlebbar zu machen. Ganz toll, dass auf 1.000 Quadratmetern eine Kunstsammlung, aber auch die Trachten Bayerns, der Ursprung des Oktoberfestes und andere, eng mit dem Königshaus verbundene Themen, berücksichtigt wurden.

Im Mittelpunkt stehen König Maximilian II. und natürlich sein Sohn, Ludwig II., der Märchenkönig. Die historischen Zusammenhänge der beiden Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein werden dann sicher deutlicher. Prinz Luitpold von Bayern ist jedenfalls überzeugt, dass das Museum eine Wissenslücke schließen wird.

Was uns Schwangauer besonders freut: kostbare Originalexponate aus dem Fundes der Wittelsbacher, wie ein königlicher Mantel und ein königliches Tafelservice, kommen an den Originalort zurück.

Super auch, aus unserer Sicht, dass an dem Millionenprojekt international gearbeitet wurde – so international, wie die Besucher unserer Region auch sind. Keine geringere, als die chinesische Stardesignerin Yang Liu wurde für die Ausstellung bemüht. Geplant haben das historische Gebäude mit modernen Bereichen die Architekten von Staag aus Berlin.

Ein mutiges, und wie in allen Zeitungen zu lesen war, mit dem Denkmalschutz abgestimmtes Konzept. Damit kommt wieder Leben in die ehemaligen „Alpenrose” Das umgebaute Hotel Alpenrose, das Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen „Königliches Hofhotel und Pension zur Alpenrose” als erstes Haus am Platz galt, vereint alt und neu: Auf den Mittelbau, in dem sich einst der Speisesaal des damaligen Grandhotels befand, wurde eine moderne Konstruktion aus Glas und Stahl aufsetzt. (Klingt wie eine kleine Reichstags-Version – ob die Berliner Architekten dort inspiriert wurden?)

Damit ist der Blick frei auf BEIDE Schlösser. Ich bin sehr gespannt, wie beeindruckend das wirken wird. Ähnlich überraschend soll der Stammbaum der Wittelsbacher „begehbar” aufgebaut sein. Es wird langsam Zeit, dass die Eröffnung kommt. Die Spannung und Neugierde steigt. Auch die Spannung, wie viele der gestressten Europatouristen sich die Zeit nehmen, 30, 60 oder 120 Minuten mit Audioguide im Museum zu verweilen. Spannend auch, ob die erwarteten Besucherzahlen von 200.000 jährlich zutreffen. Es könnten auch mehr werden. Schließlich bringt es Neuschwanstein allein schon auf 1.3 Mio. jährlich(!)

Für uns im Rübezahl geht damit so etwas, wie ein Traum in Erfüllung. Der wundervolle Platz direkt am Alpsee bekommt wieder Leben und der Besuch der Königsschlösser mehr Hintergrund. Uns, direkt vor den Schlössern ist es wichtig, dass sich Besucher Zeit nehmen, diesen einmaligen Platz auf sich wirken zu lassen. Dass sie versuchen, die Geschichte und Geschichten dieses königlichen Platzes zu verstehen und Kultur und Natur Bayerns genießen.Unsere Hotelgäste werden es jedenfalls genießen zwischen dem zeitgemäß königlichen Logenplatz und der bayerischen Geschichte zu wechseln. Wir besorgen auch fürs neue Museum die Tickets und geben die, zugegeben stolzen Preise von 31 Euro als Einzelbesucher (beide Schlösser + Museum) direkt weiter. Gruppen ab 15 Personen bezahlen 27 Euro für alle drei Sehenswürdigkeiten.  ( Eintrittspreise und Kombi-Tickets Schlösser + Museum  PDF-Datei)

Auch ja, am Samstag, 10. Oktober ist es so weit! Wir werden darauf anstoßen – vielleicht mit einer neuen Kreation bei mir an der Bar. Dann kommt ein erster Besuchsbericht – versprochen.
Euer Josef

Coloman oder Neuschwanstein

Freitag, 2. September 2011

Die Frage stellt sich nicht wirklich - beide gehören untrennbar zu Schwangau.

Natürlich liegt mir geografisch Neuschwanstein noch näher – schließlich sehen wir aus fast allen Fenstern, von der Terrasse, vom Garten aus auf das Märchenschloss. Und trotzdem hat sich St. Coloman, die freistehende Wallfahrtskirche nördlich der Gemeinde, sehr tief ins Bewusstsein von uns Schwangauern eingeschlichen. Unzählige Kalenderbilder geben es vor der prächtigen Bergkulissen und den beiden Schlössern wieder.

Warum ich gerade heute darauf kommen? Vor wenigen Minuten kam die aktuellen Meldung der Kurverwaltung rein: dieses Jahr ist das Colomansfest am 09. Oktober. Ein farbenfroher Tag, der lebendiges Brauchtum und stimmungsvolle Festlichkeit miteinander verbindet. Die Wallfahrtskirche ist dann wieder Ziel des Pferdeumrittes. Er gehört scheinbar zu den bedeutendsten Brauchtumsfesten in Bayern.

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober wird es zu Ehren des Heiligen Coloman, dem Schutzheiligen der Tiere, begangen. Mehr als 200 Reiterinnen und Reiter, Kutschen und Gespanne, sind dabei. Vielleicht ja auch das Gaiwägelchen unserer Chefin. Mit ihm kutschieren wir sonst Gäste, die mit einer oder zwei Pferdestärken unterwegs sein wollen. Bevor der Festzug um 9.30 Uhr vom Rathaus, angeführt von der Schwangauer Musikkapelle, zum Festgottesdienest an der Wallfahrtskirche St. Coloman startet, ist schon viel Arbeit passiert. Bereits im Morgengrauen werden die Pferde herausgeputzt und geschmückt. Dann legen die ReiterInnen selbst ihr bestes Gewand an. Entsprechend bunt ist das Bild, das sich nach der Messe bei der feierlichen Pferdebenediktion mit anschließendem Ritt um die Kirche bietet.

Auch wenn´s kitschig klingt, so stellt man sich Bayern vor – Berge, Kirchen mit Zwiebelturm, dem Ludwig sein Schloss und die Allgäuer und Ammergauer Alpen im Hintergrund. Wenn man Heimat empfinden kann, dann an solchen Tagen.  Irgendwann lege ich mir auch noch ein gesticktes Mieder zu. So schön sind die Trachten der Schwangauer Frauen, und Männer natürlich, anzusehen. Übrigens jährt sich nächstes Jahr im Oktober die Gründung von St. Coloman – die 1.000 Jahrfeier wird am 14. Oktober 2012 mit dem Colomanritt feierlich begangen – bitte unbedingt vormerken!
Eure Lisi von der Rezeption

Vom Gewinnen auf Facebook

Dienstag, 23. August 2011

images13Manche, die unseren Blog lesen, werden vielleicht auch unsere Hotel-Seite auf Facebook kennen und wissen, dass wir dort am vergangenen Dienstag unser erstes Gewinnspiel gestartet haben. Hinter dieser Promotion, exklusiv für die Facebook-Freunde des Hauses, steckt eine Menge Arbeit und es gibt viele Fragen, die man beantworten muss.

Beispielsweise, welchen Preis ich ausloben möchte. In allen Ecken im Internet liest man dazu, dass ein I-Pad oder I-Phone die beste Möglichkeit sei, um möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, auf den berühmten „Gefällt images10mir”-Knopf zu drücken. Ich bin aber der Meinung, dass nicht nur die Anzahl unserer Fans wichtig ist, sondern auch, dass wir Menschen auf Facebook finden, für die unser Hotel interessant sein könnte und die uns treu bleiben, als Facebook-Freunde und als Gäste, mit denen man auch abseits des Urlaubs in Kontakt bleiben kann. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, einen Gratisaufenthalt zu verschenken.

Zusätzlich möchten wir das Gewinnspiel nutzen, um unser Hotel von neuen imagesGästen testen zu lassen. Deswegen unterhalten wir uns mit den Gewinnern und werden ihre Eindrücke auch entweder hier im Blog oder auf Facebook kommunizieren. Ich finde, dass das eine gute und transparente Art der Kundenbefragung ist.

Gleichzeitig möchten wir über die Aktion neue, potentielle Gäste ansprechen und sie über das Haus auf dem Laufenden halten: deshalb müssen die Gewinnspielteilnehmer einwilligen, dass wir ihnen unseren Hotel-Newsletter per Mail zuschicken dürfen, den sie selbstverständlich auch wieder abbestellen können. Ich bin der Meinung, dass man letztlich nur mit Qualität überzeugen kann. Dass aber überhaupt jemand von unserem schönen Hotel erfährt, dafür braucht es die ganze Bandbreite an Kommunikationswegen in die weite Welt hinaus. Facebook ist sicher einer davon, der mir übrigens sehr viel Spaß macht. Aber nun zurück zu unserem Gewinnspiel.

Wir waren natürlich schon etwas nervös als das Gewinnspiel live geschaltet wurde. Eine Freundin des Hauses meldete sich auch gleich und sagte, dass sie mit dem I-Phone das Gewinnspiel auf der Facebook-Seite gar nicht sehen könne. Das ist leider ein Problem von Facebook. Denn individuell programmierte Seiten und image11Anwendungen wie unser Gewinnspiel können auf mobilen Geräten noch nicht angezeigt werden. Zu allem Überfluss musste Facebook genau in dem Moment, als wir unser Gewinnspiel veröffentlicht haben im Hintergrund an der Software basteln. Das wird von Facebook nicht angekündigt und das Problem ist, dass dann viele Anwendungen wie unser Gewinnspiel nicht funktionieren. Zunächst hat sich gar nichts getan am Dienstag. Aber seit wir dann auf unserer Pinnwand einen Hinweis geschaltet und einen Tag später auch auf unserem Twitter-Kanal über das Gewinnspiel gezwitschert haben, können wir uns über die Resonanz nicht beklagen.

Innerhalb von ein paar Tagen stieg die Anzahl unserer Fans von 240 auf 390! Das freut uns und vielen Dank an dieser Stelle an alle, die mitgemacht haben! Jetzt werden wir mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Momentan scheint die erste „Infowelle” über unser Gewinnspiel auf Facebook etwas abgeebbt zu sein. Aber das Schöne an Social Media ist, dass man immer viele Möglichkeiten hat, auf etwas aufmerksam zu machen.

Ihre Giselle Thurm

Einen Monat früher

Donnerstag, 18. August 2011

Es riecht nach Herbst, mit langen, klaren Sonnentagen und einem Bergpanorama, das nur die trockene Herbstluft schafft – ja, ob Sie es glauben oder nicht, heuer haben sich die Jahreszeiten hier im Allgäu buchstäblich vier Wochen nach vorn verlagert. Woran ich das festmache? Unter anderem an der super Steinpilz- und Pfifferlingsausbeute der letzten Tage.

dscn3923Ja, heute steht die Pilzzeit in meinem Fokus. Doch wann ist Pilzzeit, wo sammelt man, wie geht man mit der Auswahl um und wie schmecken die unterschiedlichen Arten? Soviel vorweg: Pilze sammeln geht nur mit offen Augen und der nötigen Portion Skepsis. Und jetzt scheint die beste Zeit, obwohl normalerweise erst Ende August bzw. Anfang September unsere Pilzplätze gut bestückt sind – heuer ist das schon seit Anfang August so. Vergangenen Mittwoch, an unserem freien Tag, waren Alexander und ich wieder unterwegs – wo? Das ist das einzige, was ich hier im Blog nicht beschreibe.  ;-)

Denn Pilze sammeln ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung vieler Menschen, da sie dreierlei ermöglicht: Bewegung an frischer Waldluft, eine leckere Pilzmahlzeit und viel Spaß am Sammeln. Doch Pilze benötigen besondere Bedingungen für gutes Gedeihen.  Die passende Witterung ist Regen und Wärme in moderater Form, damit empfindliche Pilze nicht schimmeln oder durch zu große Hitze das Myzel austrocknet. Der Steinpilz zum Beispiel benötigt 15 – 18,5 °C im Monatsmittel. Bliebe es längere Zeit kühler als 15 °C, gäbe es auch mit reichlichen Niederschlägen keine gute Ernte. Na ja, momentan ist es eher zu warm, gestern waren es 29 Grad, heute soll es über 30 Grad warm werden.

Unser morgendlicher „Beutezug” jedenfalls war sehr erfolgreich, man kann die frischen Herbstboten förmlich riechen. Und natürlich sehen. Einsammeln sollte man Wildpilze allerdings nur, wenn man seiner Sache sicher ist und sich vorher kundig gemacht hat. Unsere Plätze und die Bestimmung habe ich von meinem Vater übernommen und gebe sie zu meiner Freude gerade an Sohn Alexander weiter. Der echte Steinpilz findet bei uns in Schwangau beste Bedingungen - wächst er doch unter Nadelbäumen.

Mit unserem Küchenchef haben wir uns so verständigt, dass die frische Ernte als Besonderheit auf der Tageskarte erscheint. Und wer zuerst kommt, hat Glück. Denn die Mengen sind unterschiedlich und ich achte streng darauf, dass genügend stehen bleibt. In der Umsetzung der Pilzgerichte hat Daniel Huber nicht nur freie Hand sondern auch tausend Ideen.

dscn3927Ich dachte immer, ein ausgefuchster Pilzliebhaber zu sein – er hat mir noch ganz neue Varianten für einen Pilzgourmet gezeigt. Apropos zeigen, mit Gästen unseres Hauses unternehme ich schon mal einen Waldspaziergang – anschließend bringen wir die wertvollen Stücke in die Küche, lassen uns zeigen, wie sie geputzt und verarbeitet werden und genießen sie manchmal auch gemeinsam. Bin gespannt, wie lange die Pilzsaison heuer dauert und ob mein Gefühl stimmt – es gibt einen langen, trockenen Herbst hier vor den Allgäuer Bergen.

Ihr Erhard Thurm

Herzlich willkommen Carolin Hackenberg

Montag, 8. August 2011

Attraktiv, hoch professionell, belastbar, Auslandserfahrung im Beruf, jung und dynamisch. Klingt nach idealer Stellenbeschreibung. Nur Wunschvorstellung von Arbeitgebern an Mitarbeiter? Nicht ganz. Bei uns im Rübezahl weht seit kurzem frischer Wind, seit unsere neue F & B Managerin ihre Stelle angetreten hat.

carolin-1Für die gebürtige Allgäuerin Carolin ist das so etwas wie die Rückkehr zu den Wurzeln. Für uns bedeutet es im Rübezahl viel mehr, als die klassische Stellenbeschreibung eines Hotelbetriebswirtes mir Spezialisierung Speisen- und Getränke.

Er, in unserem Falle sie, leitet die für Speisen und Getränke (food and beverage) zuständigen Hauptabteilungen im Hotel. Dazu gehören die Bereiche Küche, Restaurant, Bankettbereich, Etagenservice, Keller, Einkauf, Magazin und Service. Eine neu geschaffene Stelle für das „kleine Rübezahl”. Warum? Weil wir uns dazu entschlossen haben, den Abteilungsleitern den Rücken frei zu halten, damit sie sich voll und ganz ihren Aufgaben widmen können.

Das bedeutet weitere Qualitätssteigerung und – Sicherung, die wir vor unserem Um- und Erweiterungsbau versprochen haben. Den Gästen, aber auch unserem langjährigen Mitarbeiterteam.

In der Person Carolin Hackenberg haben wir eine junge, dynamische Allrounderin gefunden, die über den Lehrberuf Hotelfachfrau, die Fachhochschulreife bis zum Europäischen Management Diplom alle Voraussetzungen mitbringt, die für unseren hochservicierten Qualitätsbetrieb wichtig sind.

Zusatzausbildungen für Teambildung, und vor allem Seminare zu den Themen Champagner, Cognac, Tee und Kaffee lassen auf fundierte Kenntnisse schließen, die uns wichtig sind: Speisen und Getränke nicht nur im gebotenen Rahmen anzubieten, sondern so auszuwählen, dass sie rundum zum Gourmetereignis beitragen.

Außerdem kommt sie viersprachig unserer internationalen Gästeschaft, direkt bei den Schlössern, sehr entgegen. Und last but not least ist sie im besten Sinne ein global worker, eine Frau, die es nach Stationen in Fünf-Sterne-Häusern in Deutschland, England, in der Dominikanischen Republik und in Peru wieder ins Allgäu gezogen hat. Auch dafür ein „herzliches Willkommen”, frei nach dem Motto” fest verwurzelt in der Herkunft und mit einer modernen, freien Einstellung allem Neuen gegenüber.

Parallelen zum Rübezahl. Auch bei uns gilt, auf der traditionellen, alpinen Basis des Königswinkels moderne, zeitgemäße Gastlichkeit mit viel Liebe zum Detail zu leben. „Wir freuen uns auf den frischen, international gesammelten Wind”.

Ihre Giselle Thurm

Kommen Sie an Deck!

Donnerstag, 28. Juli 2011

deckKlang für mich beim ersten Mal wie die Aufforderung des Kapitäns, während der Kreuzfahrt sich am Schiffsdeck einzufinden. Dabei haben meine beiden Chefs „nur” zur Gästebegrüßung aufs neue Panoramadeck eingeladen. Neben einer super Kulisse auf Schlösser und Allgäuer Berge haben sie dort am vergangenen Samstag ganz keck aufgefordert, hier an Deck nicht nur ein Käptn`s Dinner zu erwarten, sondern doch selbst mal in See zu stechen. Stimmt ja auch, wenn es auch anders gemeint war, als im klassischen Sinne.

Schließlich sind wir im seenreichsten Teil des Allgäus. Und man kann von der Linienschifffahrt bis zum Segeln, Surfen oder Schwimmen wirklich für jede Art Wassersport den richtigen Platz, sprich See, auswählen. Die Zahl 42(!) Seen allein im Landkreis Ostallgäu ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Wie Schuppen fiel mir von den Augen, was ich offensichtlich längst gewohnt war. Ja, für jede Gelegenheit gibt’s den richtigen See – in unmittelbarer Nähe.

Den Alpsee zum Beispiel, eingebettet zwischen die beiden Schlösser. Ein klassischer Holzkahn, den Liebsten an Bord und ein romantischer Bootsausflug vor großer Kulisse ist sicher. Badenixen treffen sich zuallererst am Schwansee, fünf Minuten von hier. Er ist sehr schnell herrlich warm. Sonnenstrahlen auf der Haut, Ruhe ringsum, weil er so schön im Schlosspark liegt. Leinen los heißt es nebenan am Bootsanleger Forggensee. Mit den beiden Motorschiffen Füssen und Roßhaupten kann man sogar als Radler bequem von einem zum anderen Seeufer gelangen, (falls die Forggenseeradrunde mal zu anstrengend wird). Lohnt sich, ist immerhin der viertgrößte See Bayerns und die Schifffahrt bleibt auch diesen Sommer gratisfür unsere Gäste – weil wir Partner der KönigsCard sind. Deshalb haben ja auch Segelfreunde in Rieden gute Karten für einen Schupperkurs.

Wem das alles zu viel ist, der verzieht sich an einen der vielen Naturseen, mit samtig dunklem Moorwasser. Ideal ist der Hegratsriedsee, ein paar Radminuten entfernt. Streuwiesen, Kuhglocken, seltene Blumen am Wegrand und sonst nur eins, Ruhe, Entspannung und ein wundervolles Wasser. Sorry, jetzt habe ich nur vier Seen aufgezählt, unmittelbar in Hotelnähe. Die anderen 38 sind nicht weniger interessant – und alle mit hoher Wasserqualität. Ach, bevor ich es vergesse, hier im Allgäu hat man freien Zugang zu den Seeufern. Das ist wohl nicht in allen Bundesländern so. Verwunderte Blicke und immer wieder die Nachfrage von Gästen haben mich erst darauf gebracht, dass das gar nicht überall selbstverständlich ist. Hier schon!

Eure Christiane von der Rezeption