Archiv für die Kategorie „Küche & Co.“

Friseur trifft Küchenchef

Freitag, 9. Dezember 2011

Manchmal traut man seinen Augen nicht. Ich habe ja schon viel erlebt. Aber das! Zuletzt beim Styling unseres Küchenchefs – Michael Bernhard arbeitet hart mit seinem Team. Die fünf Jungs sind von 10 Uhr morgens häufig bis ein Uhr nachts (!) für ihre Profession in unserer Hotelküche unter Strom. Da kann es schon passieren, dass man private Termine hinten anstellt. Zum Beispiel den Friseurtermin.

Das sind die Ausgangsdaten für einen super lustigen und absolut ungewöhnlichen Event.

So geschehen Ende November, als wir die Intercoiffure Bayerns bei uns im Haus hatten. Das ist DIE internationale Vereinigung von Top-Hairstylisten aus über 50 Ländern. Regional in Bayern treffen sich die Besten, um kreative Frisurengestaltung nach neuesten Trends passend zur internationalen Designermode zu besprechen, regelmäßige Qualitätschecks durchzugehen und ganz einfach die Kollegialität untereinander zu fördern.

Das scheint im Rübezahl gut gelungen zu sein, glaubt man den Facebook Posts. Und obendrein haben sich die Damen und Herren natürlich für den neuen Küchenchef interessiert. Wollten mehr sehen, als die ungewöhnlich ideenreichen Kreationen auf dem Teller. Und so kam es, wie es musste: Die Haarprofis haben unserem Küchenprofi gleich einen neuen Haarschnitt verpasst. Das Styling steht ihm gut.

Außerdem hätte er jetzt in der Weihnachtsvorbereitung, während der vielen Abend-Gesellschaften auch keine private Zeit mehr gefunden. Dafür ist er mit seinem Kreativteam viel zu sehr beschäftigt, das Weihnachtsdinner, die Silvestergala und die vielen individuellen Familienfeiern in unserem Haus zu planen und durchzuführen. Und den kulinarischen Kalender für Januar und Februar arbeiten sie momentan auch bereits aus.

Wir freuen uns drauf, denn Michael lässt seine junge Mannschaft mitbestimmen, was auf die Speisenkarte kommt. Er gibt zwar die Richtung vor. Seine leicht mediterran angehauchte, haubenverdächtige, Küche hat bereits in den ersten Wochen Stammgäste und Restaurantbesucher voll überzeugt.

Und er hat sich ziemlich ehrgeizig eine hohe Messlatte vorgegeben – der Produktstandard soll weiter steigen, die Vorspeisen werden völlig neu definiert und er bringt definitiv keinen Schuhbeck-Abklatsch. Sagt der Schuhbeck-Schüler und freut sich über seine grundsolide Ausbildung dort. Durch seine beruflichen Stationen vom Lehnbachhaus in München über die Kitzbühler Adresse bei Bobby Breuer bis hierher in den Königswinkel hat er selber genügend Profil gewonnen, sein ganz eigenes Ding zu machen.

Ich würde es ganz einfach mal testen. Einblicke gewährt der Meister übrigens jederzeit. Online in die Speisenkarte und auch mit Rezepten ist er großzügig.

Ihre Restaurantleiterin Caroline

Einen Monat früher

Donnerstag, 18. August 2011

Es riecht nach Herbst, mit langen, klaren Sonnentagen und einem Bergpanorama, das nur die trockene Herbstluft schafft – ja, ob Sie es glauben oder nicht, heuer haben sich die Jahreszeiten hier im Allgäu buchstäblich vier Wochen nach vorn verlagert. Woran ich das festmache? Unter anderem an der super Steinpilz- und Pfifferlingsausbeute der letzten Tage.

dscn3923Ja, heute steht die Pilzzeit in meinem Fokus. Doch wann ist Pilzzeit, wo sammelt man, wie geht man mit der Auswahl um und wie schmecken die unterschiedlichen Arten? Soviel vorweg: Pilze sammeln geht nur mit offen Augen und der nötigen Portion Skepsis. Und jetzt scheint die beste Zeit, obwohl normalerweise erst Ende August bzw. Anfang September unsere Pilzplätze gut bestückt sind – heuer ist das schon seit Anfang August so. Vergangenen Mittwoch, an unserem freien Tag, waren Alexander und ich wieder unterwegs – wo? Das ist das einzige, was ich hier im Blog nicht beschreibe.  ;-)

Denn Pilze sammeln ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung vieler Menschen, da sie dreierlei ermöglicht: Bewegung an frischer Waldluft, eine leckere Pilzmahlzeit und viel Spaß am Sammeln. Doch Pilze benötigen besondere Bedingungen für gutes Gedeihen.  Die passende Witterung ist Regen und Wärme in moderater Form, damit empfindliche Pilze nicht schimmeln oder durch zu große Hitze das Myzel austrocknet. Der Steinpilz zum Beispiel benötigt 15 – 18,5 °C im Monatsmittel. Bliebe es längere Zeit kühler als 15 °C, gäbe es auch mit reichlichen Niederschlägen keine gute Ernte. Na ja, momentan ist es eher zu warm, gestern waren es 29 Grad, heute soll es über 30 Grad warm werden.

Unser morgendlicher „Beutezug” jedenfalls war sehr erfolgreich, man kann die frischen Herbstboten förmlich riechen. Und natürlich sehen. Einsammeln sollte man Wildpilze allerdings nur, wenn man seiner Sache sicher ist und sich vorher kundig gemacht hat. Unsere Plätze und die Bestimmung habe ich von meinem Vater übernommen und gebe sie zu meiner Freude gerade an Sohn Alexander weiter. Der echte Steinpilz findet bei uns in Schwangau beste Bedingungen - wächst er doch unter Nadelbäumen.

Mit unserem Küchenchef haben wir uns so verständigt, dass die frische Ernte als Besonderheit auf der Tageskarte erscheint. Und wer zuerst kommt, hat Glück. Denn die Mengen sind unterschiedlich und ich achte streng darauf, dass genügend stehen bleibt. In der Umsetzung der Pilzgerichte hat Daniel Huber nicht nur freie Hand sondern auch tausend Ideen.

dscn3927Ich dachte immer, ein ausgefuchster Pilzliebhaber zu sein – er hat mir noch ganz neue Varianten für einen Pilzgourmet gezeigt. Apropos zeigen, mit Gästen unseres Hauses unternehme ich schon mal einen Waldspaziergang – anschließend bringen wir die wertvollen Stücke in die Küche, lassen uns zeigen, wie sie geputzt und verarbeitet werden und genießen sie manchmal auch gemeinsam. Bin gespannt, wie lange die Pilzsaison heuer dauert und ob mein Gefühl stimmt – es gibt einen langen, trockenen Herbst hier vor den Allgäuer Bergen.

Ihr Erhard Thurm

Eine Idee schießt ins Kraut

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wir haben einen Kräutergarten entworfen” – sagte unser Sohn Alexander

Über die exakte Planung und klare Vorstellung für die momentan 50 Gewürz- und Gartenkräuter habe ich nicht schlecht gestaunt. Natürlich ist ein eigener Küchengarten für eine gute Küche ein „must have“. Dass man sich dabei weitestgehend an traditionelle Kräuterpflanzen gehalten hat, überraschte für den Moment.

Doch die Weit-und Weltläufigkeit unserer Küche sei das eine, der alpine Standort dieser Beete, das andere, erklärte mir das Küchen-Team. Und außerdem sollte man sich im Kräutergarten auf die Arten beschränken, die man auch wirklich viel verwendet. Der Standort war leicht gefunden. Die meisten Kräuterpflanzen bevorzugen einen lockeren und durchlässigen Boden und überwiegend schöne, sonnige Standplätze. Bis auf die klassisch heimischen Kräuter, wie Bärlauch oder Waldmeister, die mögen es lieber im Halbschatten stehen.

Die neue Gartenterrasse und der angrenzende Poolgarten waren gerade fertig – lockerer Boden, Schaufel und Rechen lehnten noch an der Hauswand. Wie schön sich die Anordnung einfügt, sieht man auf den Bildern nur zum Teil. Steht man mittendrin, fühlt man sich im liebevoll gepflegten Kräutergarten, direkt vor der Küchentüre, von wo aus man praktisch ernten kann. Was?

Die Klassiker wie Liebstöckel, Koriander, Kerbel, Thymian (auch Zitronenthymian), Brunnenkresse. Und mindestens sieben Sorten von Minze, Schoko, Orange, Ananas und so weiter. Basilikum natürlich auch, gehört er doch zu den beliebtesten Kräutern aus dem Mittelmeerraum.

Es ist Gewürz- und Heilkraut zugleich und wird beim Kochen zur Verfeinerung von Soßen, Salaten und zur Herstellung von Pesto verwendet. Lavendel wächst hier auch, etwas abgesetzt von den anderen, er mag das, sagt Alexander fachmännisch. Er wird beim Kochen als Würzmittel für Fisch-, Fleisch- und Eintopfgerichte verwendet. Warum so viel Minze? Sie eignet sich gut als Würzmittel bei Fisch- und Fleischgerichten, wird gerne als Tee getrunken und ist als Deko im Dessertbereich unverzichtbar.

Oregano habe ich für den Moment auf den Schildern aus brasilianischem Naturstein nicht gelesen, ist aber als beliebtestes Würzkraut überhaupt, bestimmt auch angepflanzt. Es war mir auch neu, dass Oregano während der Blüte geerntet werden sollte, da das intensive Aroma in getrockneter Form bewahrt werden kann.

Die meisten Würz- oder Gewürzkräuter haben außerdem eine medizinische Wirkung. Sie tragen allein durch ihre Würzstoffe zum Wohlbefinden bei. Vielleicht noch ein Quäntchen mehr, wenn man weiß, mit wie viel Liebe das Küche-Team und Alexander geplant haben und Arthur (unser guter Geist aus der Küche) die zarten Pflänzchen gesetzt hat.

Ihre Giselle Thurm

Was haben Steinmännle mit dem Panoramadeck unseres Hauses zu tun?

Mittwoch, 11. Mai 2011

steinmaennleDiese Frage habe ich meinem Sohn gestellt, als er gerade dabei war, im Poolgarten Steine nach dem Vorbild der alpinen Steinmännle-Wegweiser aufzuschichten. Direkt am Teich und im weiteren Bachverlauf hat er sie „haltbar”, wie er sagt, in Szene gesetzt.

Alexander meint, Gäste die sich im Ruhebereich des SPA aufhalten oder vom Panoramadeck aus herabschauen, werden neugierig. Oder sie wüssten beim Anblick schon, dass es sich um praktische Wegweiser im Gebirge handelt. Die Steinmännle sollen als Inspiration dienen, nicht nur den Blick weit über die Allgäuer und Ammergauer Alpen schweifen zu lassen.

Schließlich könne sich jeder bei Daniel Huber eine Bergbrotzeit zusammenstellen lassen und auf sicheren Bergwegen die Region erkunden. Wie Recht er hat. Denn anschließend sitzt man mit einem ganz neuen Gefühl vor der bildfüllenden Kulisse auf der Gartenterrasse.  Beim Plätschern des Bachlaufs oder des Steinsäulen-Brunnens erinnert man sich an die Gebirgsbäche.  Und Kaffee, Kuchen oder Erfrischungsgetränke schmecken nach einer Bergtour besonders gut. Auch dann, wenn man es sich mit einer Bergbahn-Fahrt leichter gemacht hat. Wozu haben unsere Gäste schließlich die KönigsCard!

Doch zurück zur Gartenterrasse. Wir decken sie inzwischen vom Frühstück, über den Mittagssnack bis zum Abenddinner ein – so warme, schöne Tage wollen genutzt sein. Und erfreulich wenige stören sich daran, dass die Blumen, Sträucher und Bäume noch „taufrisch” aussehen und ihre volle Pracht erst in den nächsten Wochen und Monaten entfalten werden. Vielleicht liegt es daran, dass sich Hotelgäste, aber auch Radler, Biker und a la Carte Gäste abgelenkt sind verwundert die Augen reiben: sie sehen von hier aus drei Schlösser, nicht nur die zwei, Neuschwanstein und Hohenschwangau - richtig, Schloss Bullachberg auf seinem Burghügel ist im Vordergrund ebenfalls zu sehen.  Und davor das Allgäuer Braunvieh, das geruhsam im Grünen grast.

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Klingt fast kitschig, sind aber reine Tatsachen und wir freuen uns jeden Tag drüber !

Ihre Giselle und Alexander Thurm

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Was überwiegt – Freude oder Verpflichtung ?

Dienstag, 8. März 2011

Erst mal der Reihe nach…

feinschmecker

Den DER FEINSCHMECKER kennen alle, die sich mit Genuss, Essen und Wein auseinandersetzen. Das Magazin über sich selbst: Monat für Monat informiert DER FEINSCHMECKER seine anspruchsvollen Leser sachkundig und amüsant über attraktive Reiseziele, über neue Trends in der Gastronomie, Hotellerie und im Weinbau ebenso wie über regionale Spezialitäten bester Qualität. Nach eigenen Angaben ist die Redaktion in ihrem Urteil unabhängig und hat ein klares Ziel: Die Redaktion und ihre Autoren betreiben weltweit die Recherchen vor Ort – unbestechlich und immer genussorientiert.

Die Mail, die wir von dieser Redaktion jetzt bekommen haben, informiert uns folgendermaßen: „Am 16. März 2011 wird die April-Ausgabe des Magazins DER FEINSCHMECKER mit dem Taschenbuch „DIE BESTEN LANDHOTELS IN DEUTSCHLAND 2011″erscheinen.  Dieser Guide wurde zum “Who-is-Who” der Landhotels in Deutschland und ist der unentbehrliche Ratgeber für alle Feinschmecker! Wir freuen uns, Sie heute darüber informieren zu können, dass Ihr Haus in den Kreis der Top-Adressen aufgenommen wurde. Dadurch wird über 130.000-mal in DER FEINSCHMECKER-GESAMTAUFLAGE auf die herausragende Fachkompetenz Ihres Hauses hingewiesen.”

essen15Glauben Sie mir, die Freude in unserer Küchenbrigade und im ganzen Haus war riesig. Meine Reaktion ist verhaltener. Das liegt daran, dass ich mit meinem Team der Erwartungshaltung unserer Gäste nicht nur gerecht werden möchte. Unsere Kreativität und Professionalität soll Tag für Tag so hoch sein, dass wir positiv überraschen und damit überzeugen. Die Hardware, von der Küche bis zum Front-Cooking, ist inzwischen nach dem Umbau ein idealer Arbeits- und Präsentationsplatz.

Die Weinauswahl, die wir durch fachliche Beratung bekommen haben, passt ebenfalls hervorragend. Nur deutsche und italienische familiengeführte Qualitätsweingüter – besser könnte die Philosophie unserer Küche nicht unterstützt werden. Und damit zurück zu meiner eingangs gestellten Frage – ja es liegt sehr viel Verantwortung und auch Verpflichtung in der Auszeichnung des Feinschmecker – und genau die ist zusätzlicher Ansporn für mich und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Herzlichst
Ihr Rübezahl-Küchenchef

Streng geheim und heiß begehrt

Freitag, 20. August 2010

pilzEs ist Pilz-Zeit! Wohl dem, der gerade jetzt zur Steinpilz-Hochzeit die streng geheimen Fundorte des geschätzten und aromatischen Speisepilzes kennt. Darüber mache ich mir, ehrlich gestanden, keine Sorgen. Denn unser langjähriger Pilzfreund und -Kenner Peter kennt die Wälder rund um Schwangau wie seine Westentasche.

Gestern brachte er nach dreistündiger Suche eine so große Ausbeute mit, dass wir ihn auf die Abendkarte setzen konnten.

Sein Aroma, das von den Gerüchen des Waldes durchdrungen ist, verzückt Feinschmecker geradezu – auch unseren Chef! Es tut gut, wenn der eigene Chef in die Küche kommt und einen Nachschlag von der Steinpilzrahmsuppe an Blätterteig-Croutons möchte, oder?

Aber ganz im Ernst, Peter beliefert uns seit Jahr und Tag zuverlässig in Qualität, Frische und sicherer Bestimmung der heimischen Pilze. Dabei achtet er streng darauf, nie zu viel von einem Standort zu nehmen, damit immer genügend Pilze nachwachsen können. Er erklärt auch jedes Mal unseren Gästen wieder lachend, warum der Steinpilz Steinpilz heißt.

Nein, er wachse nicht auf Steinen, wie der Name vielleicht suggerieren mag. Steinpilze haben ein härteres Fleisch als andere Pilze und werden nicht weich, wenn man sie zubereitet. Man kann sie problemlos schmoren, braten, trocknen oder zu Risotto verarbeiten. Übrigens wachsen sie vorzugsweise in der Nähe von bestimmten Bäumen – sie sind sogenannte Mykorrhiza-Pilze von bestimmten Bäumen, das heißt, sie leben in Partnerschaften mit ihnen. Das machen auch die Namen der Steinpilze deutlich. Denn es gibt nicht nur den einen Steinpilz, sondern verschiedene Arten, wie den Fichtensteinpilz, den Kiefernsteinpilz oder den Eichensteinsteinpilz, auch Sommersteinpilz genannt.

Wir behandeln sie sorgfältiger als die sprichwörtlichen rohen Eier. Sie sollten nicht gewaschen werden, deshalb putzen wir sie mit einem Pinsel sorgfältig ab, befreien sie von Resten des Allgäuer Waldbodens, Fichten- und Tannennadeln. Dann tupfen wir sie vorsichtig mit Küchenpapier ab, bevor wir sie in Rahm anrichten, gebraten mir Rührei servieren, oder als Bett für ein zartes Kalbsschnitzel dekorieren.

In diesem Sinne guten Appetit an alle Pilzliebhaber.

Gesucht und gefunden !

Samstag, 10. April 2010

spargel12Jetzt treffen sich wieder zwei in meiner Küche, die hoch geschätzt, saisonabhängig und obendrein ziemlich gesund sind. Außerdem passen sie geschmacklich gut zusammen und lassen sich kreativ verarbeiten.

Leider wächst nur einer von beiden, der Bärlauch, auch in der Nähe meines Arbeitsplatzes, im Rübezahl in Schwangau-Horn. Ideal für mich, Bewegung an frischer Luft mit dem Beruf zu verbinden. Man findet ihn – immer der Nase nach an seinem typischen Geruch und sollte ihn vor der ersten Blüte ernten.

Den anderen, das weiße Gold, wie viele den Spargel nennen, beziehe ich aus den klassischen Spargelanbaugebieten Deutschlands. Aber warum immer nur weißen Spargel und nur gekocht? Ich bin zwar ein Freund von kleinen, übersichtlichen Spargelkarten, die Vielfalt muss trotzdem nicht darunter leiden.

Aktuell zum Wochenende bereite ich Spargelrahmsuppe mit Espuma und Bärlauchsahne vor. Den Klassiker mit Sauce Hollandaise und neuen Kartoffeln biete ich natürlich auch an. Für das Kräuterrührei mit gebratenem Spargel darf es durchaus auch die grüne Version sein. Verschiedenste Schinken, die in Rauch und Würzung nicht zu dominant sind, passen ebenfalls sehr gut.

Die nächsten Wochen begleitet der Spargel meine tägliche Arbeit, maximal bis Juni. Ich halte mich an das einfache Sprichwort „Kirschen rot – Spargel tot” und beurteile seine Qualität ganz einfach nach der Frische.

Bei einem Gemüse, das zu 98 Prozent aus Wasser besteht, ist das besonders wichtig. Ach ja, zwei Dinge noch. Dem Bärlauch sagt man nach, er mache gesundes Blut, Spargel ist harntreibend und wer gleich noch wissen will, was Espuma ist – bitteschön: das spanische Wort für Schaum ist Espuma und steht für die Schaumherstellung mittels eines Siphons. Soviel für heute von der Spargelküche mit Allgäuer Zutaten -mehr im nächsten Kochkurs bei mir.

Ehrlich hin und hergerissen

Freitag, 19. Februar 2010

…Das bin ich jedes Mal, wenn sich das Wetter rund um unser Haus so zeigt, wie die letzten Tage. Natürlich freue ich mich mit unseren Gästen, die begeistert vom Schneeschuhwander Schneeschuwandern im Schwangauoder der Pferdschlittenfahrt zurückkommen.

Peter S. aus Stuttgart kam gestern zu mir und berichtete von der sportlich-rasanten Abfahrt vom Tegelberg.  Allein die Höhendifferenz von 900 Metern, eine hervorragende Pistenpräparierung am Tegelberg und die gesamte Streckenführung seien hier vor der Hoteltüre einfach genial.

Doch eigentlich hätte ich ihn ja lieber mit den Fischkreationen zum Start der „Fastenzeit” verwöhnt. Denn mit dem Aschermittwoch beginnt im christlich geprägten Allgäu ja noch die klassische Zeit des Verzichtens. Sie reicht bis Ostern und zeigt sich im Rübezahl bestimmt nicht als Verzicht sondern flexibel und kreativ. Ich nehme sie zum Anlass ausgesuchten heimischen und internationalen Fisch leicht zu präsentieren.

Elementare regionale Küche kommt in dieser Zeit ebenfalls groß raus. Fast vergessene Gerichte versuche ich ehrlich und doch unserem heutigen Gaumen gerecht anzupassen. Unserem Team fällt es teilweise nicht leicht, Lunchpakete für die Tagesausflüge vorzubereiten, anstatt mit schlichten und klassisch hervorragenden Gerichten zu überraschen. Trotzdem tun es alle mit viel Liebe zum Detail.

Verdenken kann ich es unseren Gästen allerdings nicht – sie haben jetzt täglich die Qual der Wahl zwischen einem romantischen Spaziergang um den verschneiten Schwansee und den super sonnigen Panoramawinterwegen.


Ein Trost bleibt – frische Luft, Bewegung und neue Erlebnisse machen hungrig und die Abendkarte geht jeden Tag anders darauf ein.

Laaaaaange Nacht !

Freitag, 1. Januar 2010

- Puuh, bin noch ganz schön müde !

Es ist zu Ende gefeiert, die Partynacht der Nächte:  Silvester.

Hier im Rübezahl haben Gäste, Chefs und Mitarbeiter in einer (man kanns schon so sagen) ausgelassenen Atmosphäre miteinander gefeiert.

Tischdeko Silvester

Wir haben uns natürlich schon Wochen zuvor überlegt, wie man den Abend kulinarisch, dekorativ und unterhaltungstechnisch gestalten könnte. Wir Mädels an der Rezeption haben tagelang gebastelt, geklebt, und gefalten, bis und die Finger glühten.

Den ganzen Nachmittag über wurden Tische eingedeckt und Räume dekoriert, ganz passend zum Gala-Abend in den Farben Weiß, Türkis und Silber! Sehr chic.

Um 18 Uhr sind dann die ersten Gäste zum Aperitif und Amuse Gueule im Amuse GueuleWintergarten eingetroffen. Natürlich waren alle richtig hübsch herausgeputzt.  Unsere Zweimann-Unterhalter (besser gesagt: zwei hübsche Blondinen) haben zum Einstieg schon mal ein paar Liedchen angestimmt, um den Abend in Schwung zu bringen. Als alle vollzählig versammelt,und die kleinen Häppchen vernascht waren hieß es “Auf die Plätze, fertig, los!”.

dessert

Und dann gings los: Unser Küchenchef zauberte mit seinem Team ein gigantisches Menü. Nicht das ich Sie neidisch machen möchte, aber bei gerolltem Thunfisch mit Jakobsmuscheln, Topinamburschaum mit gebackenem Salbeiblatt oder dem Hauptgericht “Feines vom Kalb, mit Rotweinschalotten und Trüffelkartoffeln” muss man einfach ins schwärmen kommen. Na, hungrig geworden ?

Natürlich gab es zwischen den 5 Gängen auch mehrere Tanzpäuschen, wo der ein oder andere die flotte Sohle aufs Parkett gelegt hat.  Bis um Mitternacht wurde noch viel getanzt und gelacht. Dann hat sich die ganze Truppe mitSekt & Champagner auf die Terrasse begeben um das traumhafte Feuerwerk vor der wundervollen Bergkulisse und den Schlössern zu bestaunen.

Wer nach dem 5-Gänge-Menü noch etwas Apetitt hatte, oder beim tanzen schon wieder alles abtrainiert hatte, konnte sich anschließend beim Mitternachtsbüffet noch “den Rest” geben. Dort waren schon Austern und eine herzhafte Gulaschsuppe mit Brezeln und Brot parat gestellt.service team

Und so wurde noch viel weiter unterhalten, getanzt und gelacht. Bis 1 Uhr. Bis 2 Uhr. Bis 3 Uhr. Dann noch eben aufräumen und die Frühstückstische decken….   Jetzt aber nichts, wie in die Heia (zu Hochdeutsch: ab ins Bett)

Eure Lisi

Allgäu Urlaub ohne Kässpätzle…

Donnerstag, 26. März 2009

…ist wie das Hofbräuhaus ohne Bier.

Zubereitung meiner Lieblingskässpätzle

Mehl, Eier, Wasser, Salz zu einem geschmeidigen Teig schlagen. Wichtig solange schlagen bis er Blasen schlägt. Nun den Teig der nicht zu fest sein sollte ins siedende Wasser einhobeln(spezieller Spätzlehobel). Fertig !

Spätzle durchkochen lassen in ein Kochgeschirr je eine Schicht Spätzle dann eine Schicht geriebenen Allgäuer Bergkäs geben. Dann kurz in das vorgeheizte Ofenrohr schieben.   Beim Anrichten goldgelb gebratene Zwiebelwürfel  und Schnittlauch obenauf geben.

Dazu trinke ich am Liebsten ein allgäuer Hefeweizen. Prost !

Euer Erhard Thurm