Einige unserer Gäste haben sich den nächstgelegensten See, den Forggensee (mit 15,2 km² Fläche der fünftgrößte See Bayerns) speziell in Winter und Frühjahr doch etwas anderes vorgestellt. Anstelle einer dicken Eisschicht, oder Anlegestelle für verschiedenste Wassertierchen sieht man zu diesen Zeiten nichts anderes als eine große „Aushebung”.
Natürlich stellt man sich bei einem „See” schon etwas anderes vor. Nachdem ich unsere Gäste dann aufgeklärt habe, das der Forggensee ein künstlich angelegter Stausee ist, sind die Gesichter schon mal etwas klarer. Er (auch „Speicher Roßhaupten´s” genannt), ist ein Zufluss von Lech, Füssener Ache und Mühlberger Ache.
Der Forggensee dient zum einen direkt der Stromerzeugung und auch als sogenannter Kopfspeicher der Niedrigwasseraufhöhung für die lechabwärts gelegenen Wasserkraftwerke, zum anderen ist der See für die Hochwasserregulierung (Hochwasserschutz) am Lech nach Einsetzen der Schneeschmelze wichtig.
Im Sommer ist er perfekt geeignet, für kleine Wasserraten, die sich bei Höchsttemperaturen etwas abkühlen möchten. Meine Oma erzählt mir öfter von Ihrer Umsiedlung. Bevor der Forggensee gebaut wohnte Sie mit Ihren Eltern, welche einen Bauernhof betrieben im Dorf Deutenhausen.
Bereits im Jahre 1898 begann eine dafür zuständige Firma erste Grundstücke aufzukaufen, welche sich auf dem Baugrund befanden. Von der Umsiedlung waren damals ca. 1500 Menschen betroffen.
Also ich kann mir das gar nicht vorstellen, einfach so verpflanzt zu werden, aber damals „musste” das ja fast sein.
Es ist ja klar, das die Anlieger da protestierten. Sie gründeten eine Schutzgemeinschaft und mit dem Schwangauer Vertrag 1952 wurde dann eine weitgehend zufriedenstellende Einigung mit der Bawag erreicht.
Aufgrund des zweiten Weltkriegs begann der Bau dann allerdings erst im Jahre 1950.
Heute kann man, wenn der See „ausgelaufen” ist auf Spurensuche nach den Dörfern gehen. Es sind teilweise sogar noch Wege der bekannten „Via Claudia Augusta” zu sehen. Ich hab mir, wenige Meter vom heutigen Ufer bei Brunnen entfernt, einmal die freigespülten Grundmauern und Ziegelreste einer römischen „Villa rustica” angesehen. Solche Gutshöfe versorgten Reisende auf den römischen Straßen.
Traumhaft schön, ein Spaziergang im Winter, wenn Schnee liegt und die Sonne darauf scheint.
Und im Sommer bin ich die meiste Zeit meiner freien Tage an einem geheimen Örtchen am Forggensee beim Sonnenbaden und Wasser-Plätschern.
Der Forggensee ist trotz der vielen Arbeit einer der schönsten Seen unserer Umgebung. Wer im Winter bei uns aber trotzdem lieber „auf Eis läuft”, kann sich gerne an den vielen anderen Seen, wie Bannwaldsee, Schwansee, Alpsee, usw. austoben.
Auf jeden Fall ist der „ausgelaufene” See auch einen Besuch wert. Viel Spaß bei der Entdeckungstour.
Ihre Lisi von der Rezeption
PS: ab 1.Juni kann man wieder die Forggensee-Schifffahrt geniessen !

