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Friseur trifft Küchenchef

Freitag, 9. Dezember 2011

Manchmal traut man seinen Augen nicht. Ich habe ja schon viel erlebt. Aber das! Zuletzt beim Styling unseres Küchenchefs – Michael Bernhard arbeitet hart mit seinem Team. Die fünf Jungs sind von 10 Uhr morgens häufig bis ein Uhr nachts (!) für ihre Profession in unserer Hotelküche unter Strom. Da kann es schon passieren, dass man private Termine hinten anstellt. Zum Beispiel den Friseurtermin.

Das sind die Ausgangsdaten für einen super lustigen und absolut ungewöhnlichen Event.

So geschehen Ende November, als wir die Intercoiffure Bayerns bei uns im Haus hatten. Das ist DIE internationale Vereinigung von Top-Hairstylisten aus über 50 Ländern. Regional in Bayern treffen sich die Besten, um kreative Frisurengestaltung nach neuesten Trends passend zur internationalen Designermode zu besprechen, regelmäßige Qualitätschecks durchzugehen und ganz einfach die Kollegialität untereinander zu fördern.

Das scheint im Rübezahl gut gelungen zu sein, glaubt man den Facebook Posts. Und obendrein haben sich die Damen und Herren natürlich für den neuen Küchenchef interessiert. Wollten mehr sehen, als die ungewöhnlich ideenreichen Kreationen auf dem Teller. Und so kam es, wie es musste: Die Haarprofis haben unserem Küchenprofi gleich einen neuen Haarschnitt verpasst. Das Styling steht ihm gut.

Außerdem hätte er jetzt in der Weihnachtsvorbereitung, während der vielen Abend-Gesellschaften auch keine private Zeit mehr gefunden. Dafür ist er mit seinem Kreativteam viel zu sehr beschäftigt, das Weihnachtsdinner, die Silvestergala und die vielen individuellen Familienfeiern in unserem Haus zu planen und durchzuführen. Und den kulinarischen Kalender für Januar und Februar arbeiten sie momentan auch bereits aus.

Wir freuen uns drauf, denn Michael lässt seine junge Mannschaft mitbestimmen, was auf die Speisenkarte kommt. Er gibt zwar die Richtung vor. Seine leicht mediterran angehauchte, haubenverdächtige, Küche hat bereits in den ersten Wochen Stammgäste und Restaurantbesucher voll überzeugt.

Und er hat sich ziemlich ehrgeizig eine hohe Messlatte vorgegeben – der Produktstandard soll weiter steigen, die Vorspeisen werden völlig neu definiert und er bringt definitiv keinen Schuhbeck-Abklatsch. Sagt der Schuhbeck-Schüler und freut sich über seine grundsolide Ausbildung dort. Durch seine beruflichen Stationen vom Lehnbachhaus in München über die Kitzbühler Adresse bei Bobby Breuer bis hierher in den Königswinkel hat er selber genügend Profil gewonnen, sein ganz eigenes Ding zu machen.

Ich würde es ganz einfach mal testen. Einblicke gewährt der Meister übrigens jederzeit. Online in die Speisenkarte und auch mit Rezepten ist er großzügig.

Ihre Restaurantleiterin Caroline

Einen Monat früher

Donnerstag, 18. August 2011

Es riecht nach Herbst, mit langen, klaren Sonnentagen und einem Bergpanorama, das nur die trockene Herbstluft schafft – ja, ob Sie es glauben oder nicht, heuer haben sich die Jahreszeiten hier im Allgäu buchstäblich vier Wochen nach vorn verlagert. Woran ich das festmache? Unter anderem an der super Steinpilz- und Pfifferlingsausbeute der letzten Tage.

dscn3923Ja, heute steht die Pilzzeit in meinem Fokus. Doch wann ist Pilzzeit, wo sammelt man, wie geht man mit der Auswahl um und wie schmecken die unterschiedlichen Arten? Soviel vorweg: Pilze sammeln geht nur mit offen Augen und der nötigen Portion Skepsis. Und jetzt scheint die beste Zeit, obwohl normalerweise erst Ende August bzw. Anfang September unsere Pilzplätze gut bestückt sind – heuer ist das schon seit Anfang August so. Vergangenen Mittwoch, an unserem freien Tag, waren Alexander und ich wieder unterwegs – wo? Das ist das einzige, was ich hier im Blog nicht beschreibe.  ;-)

Denn Pilze sammeln ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung vieler Menschen, da sie dreierlei ermöglicht: Bewegung an frischer Waldluft, eine leckere Pilzmahlzeit und viel Spaß am Sammeln. Doch Pilze benötigen besondere Bedingungen für gutes Gedeihen.  Die passende Witterung ist Regen und Wärme in moderater Form, damit empfindliche Pilze nicht schimmeln oder durch zu große Hitze das Myzel austrocknet. Der Steinpilz zum Beispiel benötigt 15 – 18,5 °C im Monatsmittel. Bliebe es längere Zeit kühler als 15 °C, gäbe es auch mit reichlichen Niederschlägen keine gute Ernte. Na ja, momentan ist es eher zu warm, gestern waren es 29 Grad, heute soll es über 30 Grad warm werden.

Unser morgendlicher „Beutezug” jedenfalls war sehr erfolgreich, man kann die frischen Herbstboten förmlich riechen. Und natürlich sehen. Einsammeln sollte man Wildpilze allerdings nur, wenn man seiner Sache sicher ist und sich vorher kundig gemacht hat. Unsere Plätze und die Bestimmung habe ich von meinem Vater übernommen und gebe sie zu meiner Freude gerade an Sohn Alexander weiter. Der echte Steinpilz findet bei uns in Schwangau beste Bedingungen - wächst er doch unter Nadelbäumen.

Mit unserem Küchenchef haben wir uns so verständigt, dass die frische Ernte als Besonderheit auf der Tageskarte erscheint. Und wer zuerst kommt, hat Glück. Denn die Mengen sind unterschiedlich und ich achte streng darauf, dass genügend stehen bleibt. In der Umsetzung der Pilzgerichte hat Daniel Huber nicht nur freie Hand sondern auch tausend Ideen.

dscn3927Ich dachte immer, ein ausgefuchster Pilzliebhaber zu sein – er hat mir noch ganz neue Varianten für einen Pilzgourmet gezeigt. Apropos zeigen, mit Gästen unseres Hauses unternehme ich schon mal einen Waldspaziergang – anschließend bringen wir die wertvollen Stücke in die Küche, lassen uns zeigen, wie sie geputzt und verarbeitet werden und genießen sie manchmal auch gemeinsam. Bin gespannt, wie lange die Pilzsaison heuer dauert und ob mein Gefühl stimmt – es gibt einen langen, trockenen Herbst hier vor den Allgäuer Bergen.

Ihr Erhard Thurm

Was überwiegt – Freude oder Verpflichtung ?

Dienstag, 8. März 2011

Erst mal der Reihe nach…

feinschmecker

Den DER FEINSCHMECKER kennen alle, die sich mit Genuss, Essen und Wein auseinandersetzen. Das Magazin über sich selbst: Monat für Monat informiert DER FEINSCHMECKER seine anspruchsvollen Leser sachkundig und amüsant über attraktive Reiseziele, über neue Trends in der Gastronomie, Hotellerie und im Weinbau ebenso wie über regionale Spezialitäten bester Qualität. Nach eigenen Angaben ist die Redaktion in ihrem Urteil unabhängig und hat ein klares Ziel: Die Redaktion und ihre Autoren betreiben weltweit die Recherchen vor Ort – unbestechlich und immer genussorientiert.

Die Mail, die wir von dieser Redaktion jetzt bekommen haben, informiert uns folgendermaßen: „Am 16. März 2011 wird die April-Ausgabe des Magazins DER FEINSCHMECKER mit dem Taschenbuch „DIE BESTEN LANDHOTELS IN DEUTSCHLAND 2011″erscheinen.  Dieser Guide wurde zum “Who-is-Who” der Landhotels in Deutschland und ist der unentbehrliche Ratgeber für alle Feinschmecker! Wir freuen uns, Sie heute darüber informieren zu können, dass Ihr Haus in den Kreis der Top-Adressen aufgenommen wurde. Dadurch wird über 130.000-mal in DER FEINSCHMECKER-GESAMTAUFLAGE auf die herausragende Fachkompetenz Ihres Hauses hingewiesen.”

essen15Glauben Sie mir, die Freude in unserer Küchenbrigade und im ganzen Haus war riesig. Meine Reaktion ist verhaltener. Das liegt daran, dass ich mit meinem Team der Erwartungshaltung unserer Gäste nicht nur gerecht werden möchte. Unsere Kreativität und Professionalität soll Tag für Tag so hoch sein, dass wir positiv überraschen und damit überzeugen. Die Hardware, von der Küche bis zum Front-Cooking, ist inzwischen nach dem Umbau ein idealer Arbeits- und Präsentationsplatz.

Die Weinauswahl, die wir durch fachliche Beratung bekommen haben, passt ebenfalls hervorragend. Nur deutsche und italienische familiengeführte Qualitätsweingüter – besser könnte die Philosophie unserer Küche nicht unterstützt werden. Und damit zurück zu meiner eingangs gestellten Frage – ja es liegt sehr viel Verantwortung und auch Verpflichtung in der Auszeichnung des Feinschmecker – und genau die ist zusätzlicher Ansporn für mich und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Herzlichst
Ihr Rübezahl-Küchenchef

Gesucht und gefunden !

Samstag, 10. April 2010

spargel12Jetzt treffen sich wieder zwei in meiner Küche, die hoch geschätzt, saisonabhängig und obendrein ziemlich gesund sind. Außerdem passen sie geschmacklich gut zusammen und lassen sich kreativ verarbeiten.

Leider wächst nur einer von beiden, der Bärlauch, auch in der Nähe meines Arbeitsplatzes, im Rübezahl in Schwangau-Horn. Ideal für mich, Bewegung an frischer Luft mit dem Beruf zu verbinden. Man findet ihn – immer der Nase nach an seinem typischen Geruch und sollte ihn vor der ersten Blüte ernten.

Den anderen, das weiße Gold, wie viele den Spargel nennen, beziehe ich aus den klassischen Spargelanbaugebieten Deutschlands. Aber warum immer nur weißen Spargel und nur gekocht? Ich bin zwar ein Freund von kleinen, übersichtlichen Spargelkarten, die Vielfalt muss trotzdem nicht darunter leiden.

Aktuell zum Wochenende bereite ich Spargelrahmsuppe mit Espuma und Bärlauchsahne vor. Den Klassiker mit Sauce Hollandaise und neuen Kartoffeln biete ich natürlich auch an. Für das Kräuterrührei mit gebratenem Spargel darf es durchaus auch die grüne Version sein. Verschiedenste Schinken, die in Rauch und Würzung nicht zu dominant sind, passen ebenfalls sehr gut.

Die nächsten Wochen begleitet der Spargel meine tägliche Arbeit, maximal bis Juni. Ich halte mich an das einfache Sprichwort „Kirschen rot – Spargel tot” und beurteile seine Qualität ganz einfach nach der Frische.

Bei einem Gemüse, das zu 98 Prozent aus Wasser besteht, ist das besonders wichtig. Ach ja, zwei Dinge noch. Dem Bärlauch sagt man nach, er mache gesundes Blut, Spargel ist harntreibend und wer gleich noch wissen will, was Espuma ist – bitteschön: das spanische Wort für Schaum ist Espuma und steht für die Schaumherstellung mittels eines Siphons. Soviel für heute von der Spargelküche mit Allgäuer Zutaten -mehr im nächsten Kochkurs bei mir.