Nur noch wenige Tage, dann bekommen Neuschwanstein und Hohenschwangau so etwas wie eine gemeinsame Fassung: das neue Wittelsbacher Museum direkt am Ufer des Alpsee.
Es unterscheidet sich ganz wesentlich von klassischen Museumsbauten. Dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds als Investor geht es darum, Hintergründe über eine der ältesten Dynastien Europas begreif- und erlebbar zu machen. Ganz toll, dass auf 1.000 Quadratmetern eine Kunstsammlung, aber auch die Trachten Bayerns, der Ursprung des Oktoberfestes und andere, eng mit dem Königshaus verbundene Themen, berücksichtigt wurden.
Im Mittelpunkt stehen König Maximilian II. und natürlich sein Sohn, Ludwig II., der Märchenkönig. Die historischen Zusammenhänge der beiden Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein werden dann sicher deutlicher. Prinz Luitpold von Bayern ist jedenfalls überzeugt, dass das Museum eine Wissenslücke schließen wird.
Was uns Schwangauer besonders freut: kostbare Originalexponate aus dem Fundes der Wittelsbacher, wie ein königlicher Mantel und ein königliches Tafelservice, kommen an den Originalort zurück.
Super auch, aus unserer Sicht, dass an dem Millionenprojekt international gearbeitet wurde – so international, wie die Besucher unserer Region auch sind. Keine geringere, als die chinesische Stardesignerin Yang Liu wurde für die Ausstellung bemüht. Geplant haben das historische Gebäude mit modernen Bereichen die Architekten von Staag aus Berlin.
Ein mutiges, und wie in allen Zeitungen zu lesen war, mit dem Denkmalschutz abgestimmtes Konzept. Damit kommt wieder Leben in die ehemaligen „Alpenrose” Das umgebaute Hotel Alpenrose, das Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen „Königliches Hofhotel und Pension zur Alpenrose” als erstes Haus am Platz galt, vereint alt und neu: Auf den Mittelbau, in dem sich einst der Speisesaal des damaligen Grandhotels befand, wurde eine moderne Konstruktion aus Glas und Stahl aufsetzt. (Klingt wie eine kleine Reichstags-Version – ob die Berliner Architekten dort inspiriert wurden?)
Damit ist der Blick frei auf BEIDE Schlösser. Ich bin sehr gespannt, wie beeindruckend das wirken wird. Ähnlich überraschend soll der Stammbaum der Wittelsbacher „begehbar” aufgebaut sein. Es wird langsam Zeit, dass die Eröffnung kommt. Die Spannung und Neugierde steigt. Auch die Spannung, wie viele der gestressten Europatouristen sich die Zeit nehmen, 30, 60 oder 120 Minuten mit Audioguide im Museum zu verweilen. Spannend auch, ob die erwarteten Besucherzahlen von 200.000 jährlich zutreffen. Es könnten auch mehr werden. Schließlich bringt es Neuschwanstein allein schon auf 1.3 Mio. jährlich(!)
Für uns im Rübezahl geht damit so etwas, wie ein Traum in Erfüllung. Der wundervolle Platz direkt am Alpsee bekommt wieder Leben und der Besuch der Königsschlösser mehr Hintergrund. Uns, direkt vor den Schlössern ist es wichtig, dass sich Besucher Zeit nehmen, diesen einmaligen Platz auf sich wirken zu lassen. Dass sie versuchen, die Geschichte und Geschichten dieses königlichen Platzes zu verstehen und Kultur und Natur Bayerns genießen.Unsere Hotelgäste werden es jedenfalls genießen zwischen dem zeitgemäß königlichen Logenplatz und der bayerischen Geschichte zu wechseln. Wir besorgen auch fürs neue Museum die Tickets und geben die, zugegeben stolzen Preise von 31 Euro als Einzelbesucher (beide Schlösser + Museum) direkt weiter. Gruppen ab 15 Personen bezahlen 27 Euro für alle drei Sehenswürdigkeiten. ( Eintrittspreise und Kombi-Tickets Schlösser + Museum PDF-Datei)
Auch ja, am Samstag, 10. Oktober ist es so weit! Wir werden darauf anstoßen – vielleicht mit einer neuen Kreation bei mir an der Bar. Dann kommt ein erster Besuchsbericht – versprochen.
Euer Josef

