Tag Archive 'Weihnachten'

Dez 22 2011

Weiße Weihnachten

Denken Sie jetzt an White Christmas, das meist verkaufte Weihnachtslied aller Zeiten? Die 1947 veröffentlichte Version mit Bing Crosby, gilt mit geschätzten 50 Millionen verkauften Singles als das meistgehörte und bekannteste Weihnachtslied.

img_0369Falsch geraten. Weiße Weihnachten heißt für mich hier, dass ein Stück Kindheit auflebt. Wenn plötzlich Schneeflocken fallen und die Welt draußen stiller wird. Wie in Watte gepackt. Dann kommt so ein Gefühl von Weihnachten in mir auf, so wie es sein sollte und früher war. Mit Schlitten fahren, durch den tiefen Schnee stapfen.

Heute als Erwachsene nenne ich es lieber Alpine Gesundheit. Intakte Natur, klare frische Luft und eben diese gedämpfte Geräuschkulisse – das hilft, ziemlich schnell von den Touren runterzukommen. Klar weiß man, Bergurlaub ist gesundheitsfördernd. Was überrascht, ist die Tatsache, dass es keine großen Events oder Treatments drum herum braucht – mit ausreichend Bewegung, dem Wechsel von An- und Entspannung, aber auch nachhaltiger Ernährung werden Körper und Geist gepflegt.

Und das ist mehr als ein Zustand, es ist zunehmen auch ein Lebensstil. Zum Glück können wir das auch an unseren Gästen sehen. Mehr und mehr nehmen sie sich Zeit, im Zweispänner abseits die Winterwelt zu genießen, auf Schneeschuhen durch die weiße Pracht zu stapfen. Dann ist es immer besonders schön, aus der Kälte ins Warme zu wechseln. Ob Sauna oder Sanarium, darüber mag man geteilter Meinung sein. Aber der Wechselreiz von Kalt und Warm, die Kombination von Anspannung und Entspannung sind wie ein Wundermittel für Geist und Seele.

Das schenkt unserem Körper eine wertvolle Auszeit im Hochleistungssport, was wir heutzutage Leben nennen. Außerdem machen die Berge und Täler im Königswinkel weniger Lärm als wir gewohnt sind. Je höher man hinaufsteigt, desto weiter entfernt sich der Lärmpegel der Zivilisation. Schritt für Schritt lernt man die Stille zu hören. Viel Ballast des täglichen Lebens lässt sich hier abwerfen. Und schließlich liegt die Faszination auch in der Reduktion. Es ist eine Welt der Ursprünglichkeit und der Ehrlichkeit. Berge verheimlichen und verfremden nichts, wir haben hier authentische Landschaften, die sich täglich, je nach Wetter und Tageszeit, neu zeigen und für immer mehr Menschen zur Leidenschaft werden. Sie öffnen den Weitblick und geben Anstoß zu Rückblick.

Unbestritten ist, dass ein Winteraufenthalt in den Bergen bei vielen von uns ein tiefes Wohlgefühl voller Erholung, Entspannung und Ausgeglichenheit hervorruft. Also nutzen wir diese Ressourcen, die in den Höhenlagen von 800 bis über 2.000 Metern direkt vor der Tür des Rübezahl liegen. Gerade dann, wenn die oft stressigen Weihnachtsferien vorbei sind, zeigt sich das Land der Könige in einer einmaligen Klarheit, weiß, kühl und echt! Ein Versuch lohnt, vielleicht mit dem Winterspass.

Bis dahin schneeflockenleichte Grüße von Lisi von der Rezeption

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Nov 24 2011

Adventszeit…

dscn4294Adventszeit ist Brauchtumszeit in den Bergen. Die Traditionen sind alt, die Begriffe manchmal ungewohnt und die Stimmung sehr echt hier im Allgäu.

Diese Erfahrung mach ich immer wieder, wenn ich von einem der großen Weihnachtsmärkt, ob aus München, Augsburg oder Nürnberg, wieder hierher zurückkomme. Heimelig nennen wir die Zeit im Advent in Füssen oder Schwangau. Weil Landschaft, Bräuche und Traditionen sich so schön ergänzen.

Auch wenn momentan der Raureif das Weiß des Schnees noch ersetzen muss: die Kulisse der Berge, die Wälder, die klare kalte Luft und die traditionellen „Termine”, vom „Klous” bis zum alpenländischen Adventssingen bringen mich immer wieder runter. Machen mich bodenhaftig, ich spüre, was wichtig ist und was nur oberflächliche Unterhaltung ist. Wenn in Mundart gesungen wird, die Ruprechte noch beim „Klousentreibe” als schaurige Gestalten im aufwändigen Fellgewand durch die Ortschaften streichen, dann fühlt man die Adventszeit.

Auch wenn die Klausen, Knecht Ruprechte im vorweihnachtlichen Kult eine Mischung aus christlicher und vorchristlicher Tradition sind. Umgeben von mystischen Klängen, dem Grollen der Glocken und wildem Gebrüll sollen sie dem Ursprung nach jegliches Böse von den Häusern und Gehöften fernhalten. Das gelingt, denn Schönes zieht stattdessen ein- ein liebevoller Nikolausmarkt mit vielen Laibles-Spezialitäten.

Ja was sind „Laible”? Übersetzt wohl kleine Brötchen. Bei uns ist es Weihnachtsgebäck in allen erdenklichen Sorten. Diesen Duft bekomme ich momentan gar nichtdscn4292 mehr aus der Nase. Unser Küchenchef bäckt auch schon seit Tagen mit seinen Leuten. Das hat sich wohl bei dem einen oder anderen Stammgast herumgesprochen – immer mehr wird die sogenannten ruhige Zeit bei uns zum Geheimtipp der Gäste.

Kürzlich meinte eine Dame am Telefon: ich komme noch schnell ein paar Tage in den Königswinkel, da könne man sich so gut erden, um dem Weihnachtstrubel leichter auszuhalten. Über meinen Tipp, das Romantikangebot König Ludwig zu nehmen, war sie erst erstaunt. Bei der Abreise hat sie mir dann zugezwinkert und gemeint: Ein guter Tipp. Es sei zwar ziemlich frisch gewesen bei der Besichtigung auf Neuschwanstein. Dafür hätte sie alles in Ruhe gesehen, weil nur eine Handvoll Leute bei der Führung dabei waren.

Vielleicht ist das ja auch mal ein Geschenktipp – sich Zeit miteinander zu schenken. Das macht mir immer wieder Freude – schöne Geschenkgutscheine zu entwerfen. Dabei stelle ich mir vor, wie unsere liebevollen Ausführungen Freude schaffen und freue mich gleich mit.

Eure Christiane von der Rezeption

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Jan 06 2011

Aller Anfang ist schwer

Published by under Aktuelles

Year One – Aller Anfang ist schwer ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahre 2009. Regie führte Harold Ramis, der auch das Drehbuch schrieb und die Rolle des „Adam” besetzt.

Aller Anfang ist schwer – omne principium difficile – ist vor allem ein ursprünglich aus dem Lateinischen übersetztes Sprichwort.

Seine eigentliche Bedeutung habe ich erst die letzten Wochen so ganz und hautnah begriffen: Wenn das Sprichwort sagt: Aller Anfang ist schwer – so will es damit aufmuntern und über die Klippen hinweghelfen. Es will trösten, später ist es dann nicht mehr so schlimm; dann läuft das einmal Begonnene leicht und glatt zu Ende. Das Sprichwort handelt also eigentlich gar nicht vom Anfang, sondern vom Anfangen: von jenen berühmten schweren Augenblicken, in denen ein Werk begonnen wird.

74 Bautage und 19 Tage Betriebszeit später wäre es schlichtweg falsch, zu sagen, es lief von Null auf Hundert alles sofort glatt und super. Diese sportliche Bauphase, in denen das Haupthaus entkernt, das Landhaus renoviert und Beide technisch völlig neu ausgestattet wurden, hat natürlich auch technische Startschwierigkeiten verursacht. Inzwischen können wir darüber lächeln, uns freuen, dass von allen Seiten die nötige technische Unterstützung, schnelle Hilfe und ab und an konstruktive Kritik kam.

Verständnisvolle Gäste nahmen den nachmittäglichen „Feueralarm” in der Solegrotte gelassen. Ein Rauchmelder war zu dicht an der Eingangstür der mit Salzsteinen ausgekleideten Grotte platziert. Die Swarovski-Steine funkelten beim ersten Candle-Light-Dinner zu grell. Die Lichtanlage musste kurzfristig noch mal nachgeregelt werden.  

>Wir haben geschwitzt, gezittert und improvisiert< , sagte Christiane von der Rezeption.  Ja das stimmt wohl. Sie half mir, im maximalen Stress, kurz vor den Weihnachtstagen die Handwerker mit Engelszungen zu motivieren – und siehe da: alle haben ihre maximale Leistung gegeben, sich eingebracht und dazu beigetragen, dass wir über Weihnachten und Silvester einen fast reibungslosen Hotelbetrieb hatten. Schöne, unvergesslich romantische Tage für unsere Gäste – das war das Ziel. Dabei haben wir aktiv zugehört – denn nur dann kann man lernen – hier und da nacharbeiten, optimieren, verbessern. Danke an Sie alle – Sie haben die kleinen technischen Pannen mit einem langen Geduldsfaden gelassen genommen.

Jetzt läuft das Begonnene technisch reibungslos, die Arbeitsabläufe haben sich eingespielt und ganz wichtig: nun bleibt auch die Zeit für alle guten Geister des Hauses, selbst mal durchzuatmen, ein paar Tage im Wechsel frei zu nehmen oder sich unter die wohltuenden Hände unserer Physiotherapeuten zu begeben. Eine Runde im neuen Außenpool selbst zu erleben. Sich die Zeit nehmen und das Panorama aus der Orangerie heraus wahrzunehmen.

Ihre Giselle Thurm

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